Assistenzsysteme im Alltag älterer Menschen


Forschungsergebnisse im Mutterhaus der Franziskanerinnen präsentiert (v.l.):  Bürgermeister Ulrich Berger, Provinzoberin Schwester M. Angela Benoit, Prof. Dr. Kirsten Thommes, Maike Niewind und Dr. Julia Amelie Hoppe. Foto: Michael Bodin / fcjm-presse

Technische Assistenzsysteme, wie eine elektronische Tablettenbox, können für den Alltag älterer Menschen sehr hilfreich sein und auch Pflegekräfte teilweise entlasten, sofern die Technik nützlich ist und akzeptiert wird. Was dafür notwendig ist, war von April bis September Gegenstand des Projektes „Assistenzsysteme im Alltag“ unter der Leitung von Prof. Dr. Kirsten Thommes von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn.

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Prof. Dr. Kirsten Thommes (links) präsentierte im Mutterhaus der Franziskanerinnen den Teilnehmerinnen des Projektes „Assistenzsysteme im Alltag“ die Ergebnisse des Forschungsprojekts, hier mit Schwester M. Angela Benoit (Mitte), Provinzoberin der Franziskanerinnen Salzkotten. Foto: Michael Bodin / fcjm-presse

Für dieses Forschungsprojekt nahmen Franziskanerinnen, Klarissen sowie Bewohnerinnen des Altenheims St. Clara an einem Experiment und mehreren Befragungen teil. In einer Präsentation im Mutterhaus der Franziskanerinnen stellten jetzt Prof. Dr. Kirsten Thommes, die Masterstudentin Maike Niewind und die Doktorandin Julia Amelie Hoppe die Ergebnisse vor. Dabei waren die Wissenschaftlerinnen voll des Lobes für die engagierte Teilnahme und die ehrlichen Antworten der älteren Schwestern und der Bewohnerinnen des Altenheims. An der Präsentation nahm auch Bürgermeister Ulrich Berger teil, der den Kontakt zwischen der Universität und den Franziskanerinnen vermittelt hatte.

Gegenstand des Experiments war eine elektronische Tablettenbox mit Alarm, die den an der Untersuchung teilnehmenden Schwestern sowie Bewohnerinnen zur Verfügung gestellt wurde. Dabei stellte sich heraus, dass einige Aspekte bezüglich des Designs und der Nutzung der Funktionen für ältere Menschen überarbeitet werden müssten. Zu kleine Knöpfe, um die Tablettenbox komfortabel einstellen zu können, die englische Sprache auf den Knöpfen, die außerdem schwer zu verschieben seien, nannten die Teilnehmerinnen als Kritik. Kirsten Thommes zeigte sich erfreut über die genannten Verbesserungsvorschläge, betonte aber, dass es bei dem Experiment nicht um eine Produkttestung ging. Vielmehr wollten die Wissenschaftlerinnen herausfinden, welche Faktoren generell dazu beitragen, dass eine Assistenztechnologie akzeptiert und genutzt wird oder nicht. Die subjektive Nützlichkeit erscheint besonders wichtig und ebenso wohl der Bedienkomfort. Ist dieser gegeben, werden Assistenzsysteme in den Alltag einbezogen und können ältere Menschen unterstützen, damit diese länger selbstständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können. „Dies kann aber nur erreicht werden, wenn die Nutzer dieser Assistenzsysteme in die Entwicklung mit einbezogen werden und die Systeme in deren Alltag auch wirklich einen Nutzen bieten“, berichtete Kirsten Thommes. Aktuell würden die Ergebnisse der Befragungen und des Experiments noch weiter ausgewertet. „Wir möchten gerne darüber hinaus weiter inklusive Forschung machen, insbesondere in dieser Altersgruppe“, kündigte sie an.

Provinzoberin Schwester M. Angela Benoit regte in dem Zusammenhang auch eine Verbindung zu dem derzeit im Altenheim St. Clara laufenden anderen Forschungsprojekt an, in dem es um das Fördern und Stärken einer guten Gemeinschaft geht. Kooperationspartner hier sind das Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW.

02-12-2021