Schutz indigener Völker



Wir Franziskanerinnen sind Mitunterzeichner des gemeinsamen Briefes der Bank für Kirche und Caritas, Paderborn, zum Schutz des Amazonas und der dort lebenden indigenen Bevölkerung: „Katholische Investoren fordern von Brasilien Schutz des Amazonas“. Auch die Schwestern unserer Kongregation in Brasilien setzen sich für den Schutz der Umwelt und die Rechte der am Amazonas lebenden Menschen ein.

Jetzt informierte die Bank für Kirche und Caritas Paderborn über die jüngste Entwicklung:

"Wie versprochen halten wir Sie über den aktuellen Stand unseres gemeinsamen Engagements mit Brasilien zum Schutz des Amazonas und der dort lebenden indigenen Bevölkerung auf dem Laufenden. Seit unserem Engagement-Start am 29. März und unserer ersten Zwischenstandsmeldung am 12.04. hat sich viel getan von dem wir gerne berichten: Unsere Strategie mit unserem Engagement gleich mehrere Stränge zu aktivieren, um die brasilianische Regierung dazu zu bringen den Schutz des Amazonas Regenwaldes zu verbessern, ist bisher planmäßig umgesetzt worden und zeigt vielversprechende Ausgangspunkte. Kontakt und Dialog mit hochrangigen brasilianischen Regierungsvertretern und Staatsbeamten: Auf unsere Anschreiben haben wir bereits erste Reaktionen des persönlichen Büro's des Präsidenten erhalten. Hierin wurde mitgeteilt, dass unser Brief an das Umwelt- und Justizministerium zur Beantwortung weitergeleitet wurde, weil die angesprochenen Forderungen diese zwei Ressorts betrifft.

Mittlerweile haben wir hierzu vom Büro des Justizministeriums und der ihr unterstellten Behörde FUNAI (Fundacao Nacional do Indio), die das staatliche brasilianische Organ für die Angelegenheiten der indigenen Bevölkerung Brasiliens ist, eine mehrseitige ausführliche Antwort erhalten. Hierin wird beschrieben welche Anstrengungen bereits für den Schutz der indigenen Bevölkerung, auch im Zuge der Pandemie, und deren im Amazonas angestammten Gebiete unternommen wurden.

Zudem zeigt sich das Justizministerium für einen weiteren Dialog bereit. Wir sind gerade dabei die gegebene Rückmeldung sorgfältig zu analysieren und darauf aufbauend unsere Antwort zu formulieren. Im weiteren wird eine Videokonferenz für einen persönlichen Austausch mit den Adressaten angestrebt. Auch vom persönlichen Büro des Vize-Präsidenten haben wir bereits eine Reaktion erhalten. In dessen Antwort wird darauf verwiesen, dass der Amazonasschutz eine Priorität auf der Agenda der brasilianischen Regierung ist und dass, das National Council for the Legal Amazon (CNAL) für dessen Umsetzung verantwortlich ist. Es wurde geäußert, dass das CNAL für einen Dialog bereit ist . Daraufhin haben wir Kontakt zum CNAL aufgenommen, mit dem nun eine Videokonferenz für einen persönlichen Austausch angestrebt wird. Die Adressaten unseres Engagement-Briefes von denen wir bisher keinerlei Reaktion erhalten haben, sind diese Woche erneut von uns angeschrieben und um Rückmeldung gebeten worden. Neben den bereits kontaktierten Staatsvertretern haben wir geplant im Zuge des weiteren Engagements wahrscheinlich ebenfalls Kontakt zu Parlamentariern, Kongressabgeordneten und Repräsentanten auf Bundesstaatenebene aufzunehmen. Dieses ist, laut Expertenmeinung (siehe unten), eine notwendige direkte Aktivität, um aktuelle Gesetzesvorhaben zur weiteren Aufweichung des Regenwaldesschutzes und der Landrechte der indigenen Bevölkerung im bevorstehenden Gesetzesverabschiedungsprozess zu verhindern.

Öffentliche Aufmerksamkeit in Brasilien und international über hohe Medienpräsenz: Erfreulich ist weiterhin die große mediale Aufmerksamkeit, die wir mit unserem Engagement zum Schutz des Regenwaldes und der indigenen Völker erzielen konnten. Weit über 80 brasilianische und internationale Medien berichteten hierzu. Diese hohe mediale Aufmerksamkeit erzeugt von Seiten der Öffentlichkeit und wichtigen Stakeholdern Druck auf die brasilianische Regierung und ist ein wichtiger Baustein unseres Engagements. Wir sind auch weiterhin bemüht die Medienaufmerksamkeit zu unserem Engagement hoch zu halten.

Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit Investoren-Initiativen, die bereits ähnliche Engagement-Aktivitäten mit Brasilien gestartet haben oder planen: Wie geplant haben wir sehr fruchtbare Gespräche mit den Investoren-Allianzen Investors Policy Dialogue on Deforestation (IPDD) Initiative, mit der Emerging Markets Investors Alliance und CERES geführt. Neben einem für uns sehr erkenntnisreichen Informationsaustausch zu bisherigen Dialogen, Erfahrungen und Strategien im jeweiligen Brasilien-Engagement, ist auch eine gegenseitige kollegiale Unterstützung im voranbringen des gemeinsamen Anliegens besprochen worden. Hierzu gehört beispielsweise ein Informationsaustausch und die Unterstützung mit Kontakten zu Experten und anderen Stakeholdern. Von großer Bedeutung ist auch die Möglichkeit, gegenüber der brasilianischen Regierung zu erwähnen, dass wir von den jeweiligen anderen Engagement-Aktivitäten Kenntnis haben und im Austausch stehen. Dies erhöht den Investorenseitig aufgebauten Handlungsdruck auf die brasilianische Regierung zusätzlich.

Über die bisherigen Investoren-Initiativen hinaus, haben sich noch weitere diesbezügliche Kontakte wie zum Beispiel dem Interfaith Center on Corporate Responsibility (ICCR) ergeben, mit denen ein Gespräch geplant ist. Informationsaustausch und Unterstützung durch Experten auf dem Gebiet Amazonas, menschenrechtliche Situation der indigenen Bevölkerung und brasilianische Umwelt- und Landbesitzgesetzgebung: Ebenfalls wie geplant, haben wir einen intensiven und sehr ertragreichen Austausch mit den Expertenorganisationen Amazon Environmental Research Institute (IPAM) und Rainforest Foundation Norway gestartet, die uns Unterstützung zugesagt haben bei der Sichtbarkeit in den Medien und der Kontaktvermittlung zu Stakeholdern sowie uns vor allem mit dem notwendigen Hintergrund- und Fachwissen zu den detaillierten Umwelt- und menschenrechtlichen Forderungen unterstützen. Hier ist nun ein kontinuierlicher Austausch etabliert. Weitere Expertenorganisationen werden bei Bedarf noch hinzugezogen."

14-06-2021