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Rumänien: Für Online-Unterricht fehlen PCs


Hygiene-Maßnahmen im Kindergarten in Caransebes: Jedes Kind musste seinen festen Platz haben, bekam Spielzeug für die Länge des Freispiels auf den Tisch.

In der vergangenen Woche teilte Schwester Mariana aus Caransebes in Rumänien mit, dass seit Montag alle Schulen und Kindergärten aufgrund der Corona-Pandemie wieder geschlossen sind. So auch der Kindergarten der Schwestern in Caransebes. Die Erzieherinnen müssen einen Onlineunterricht mit den Kindern organisieren, was von der Schulbehörde beaufsichtigt wird. Kindergärten haben in Rumänien auch eine Aufgabe als Vorschule. Unsere Kinder aus den sozial schwachen Familien sind da sehr benachteiligt, da sie keinen PC, Laptop oder Tablet zu Hause haben. Oftmals gibt es in den Wohnungen auch keinen Strom oder nur zu den Abendstunden.

Zuvor hatten die Schwestern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Caransebes schon ein umfangreiches Hygienekonzept umgesetzt: Ende August wurde in Rumänien von der Regierung festgelegt, dass Mitte September die Schulen und Kindergärten wieder geöffnet werden sollen. Ein umfangreiches Hygienekonzept wurde mitgeschickt, welches jede Einrichtung für die örtlichen Gegebenheiten umsetzen musste. Der Leiter des Kindergartens, die Erzieherinnen und unsere Schwestern, vornehmlich Schwester Mariana, arbeiteten hart, bis ein solches Konzept erstellt war. Da wir in der glücklichen Lage sind, viele Räumlichkeiten zu haben, wurden die Kinder auf vier Räume verteilt und diese entsprechend eingerichtet. Jedes Kind musste seinen festen Platz haben, bekam Spielzeug für die Länge des Freispiels auf den Tisch. Kein Hin- und Herlaufen, kein Toben, was für ein Kind ja oft wichtig ist. Das wurde durch die Nutzung des großen Außengeländes ausgeglichen, alles war fein säuberlich abgegrenzt und blieb so mit wenigen Kindern immer möglich.

Bus zum Kindergarten
Beim Transport zum Kindergarten in Caransebes gilt Maskenpflicht.

Ein Problem stellte auch das Abholen und Wegbringen der Kinder dar. Eigentlich durften in dem „Neuner“-Bus nur vier Kinder und zwei Erwachsene mitfahren. Bei dieser Erlaubnis wären der Abhol-und Wegbringe-Service sicher nicht unter zwei Stunden morgens und zwei Stunden nachmittags möglich gewesen. Der Leiter des Kindergartens sprach mit der Polizei und wir bekamen die Erlaubnis, so viele Kinder mitnehmen zu dürfen wie es Sitze im Bus gibt, also jeweils sechs Kinder. Die Bedingung dafür war, dass alle Kinder im Bus einen Mundschutz tragen müssen, die Erwachsenen selbstverständlich auch. Kein Problem, Stoff ist genug da und hilfsbereite Menschen nähten.

Der Kindergartenalltag spielte sich ein. Schwester Mariana erzählte, dass die Kinder auch schon vieles über die Verhaltensweisen in dieser Pandemie wussten.

Die Mahlzeiten werden von der Caritas vorbereitet, allerdings ist die Essensausgabe eine andere als sonst. Jedes Kind bekommt nun seine Portion in einem recycelbaren Töpfchen und muss die Mahlzeit an seinem Platz in der Gruppe einnehmen. Der Kindergarten an sich sieht aus wie eine Verkehrsstraße, bis ins Kleine vorschriftsmäßig beschriftet. Es ist eine anstrengende Zeit für alle Beteiligten.

Wir sind sehr dankbar und stolz, dass wir so gute Mitarbeiter*innen haben, die vieles ermöglichen.                                                                   

Schwester Mariana Mutiu

Informationen zu unserer Rumänien-Hilfe

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