Hilfstransporte nach Rumänien beendet


Schwester Ana Ilies  sortiert eine Lieferung mit Sachspenden in Caransebes / Rumänien. Jetzt stellen die Franziskanerinnen ihre regelmäßigen Hilfstransporte dorthin ein, da andere Hilfen besser geeignet sind.

Wir werden künftig keine Hilfstransporte mit Sachspenden mehr nach Caransebes in Rumänien organisieren, da diese Hilfe nicht mehr zeitgemäß erscheint. Damit wird auch die Annahme von Sachspenden am Mutterhaus in Salzkotten nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Schließung nicht wieder aufgenommen. Die Unterstützung Not leidender Menschen in Caransebes wird aber fortgesetzt.

Seit vielen Jahren, um genau zu sein, seit ca.1994 rollten jährlich drei bis vier Transporte vom Hof der Franziskanerinnen in Salzkotten. In den anfänglichen Jahren, als das Land Rumänien sich öffnete und unsere Ordensgemeinschaft den Neuanfang dort wagte und aufbaute, waren es manchmal sechs Transporte im Jahr, vornehmlich mit Baumaterialien, aber auch mit vielen Hilfsgütern. Gerade zu Beginn war es notwendig, materielle Hilfe zu geben, bis dann mehr und mehr auch anderes gefragt war und möglich wurde. Inzwischen hat sich unser kleiner Ordensbereich Rumänien soweit entwickelt, dass unsere sieben rumänischen Schwestern selbst die Verantwortung und Leitung übernehmen. Unsere letzte deutsche Schwester dort, Schwester M. Hiltrud Wacker, wird schon bald nach Deutschland zurückkehren. Auf finanzielle Unterstützung durch Spenden wird der Bereich Rumänien weiterhin sehr angewiesen sein. Die Wirtschaft erlebt zur Zeit noch keinen Aufschwung und die Corona Pandemie trägt zu mehr Armut bei. Korruption, schlechte Organisation und Unzuverlässigkeit lassen die Menschen manchmal schnell resignieren.

Zurück zu den Transporten: Schon jetzt, wegen der Corona-Pandemie, mussten wir die Annahme von guter Kleidung, Haushaltswaren oder dergleichen einstellen. Geplant war dies allerdings aus verschiedenen Gründen schon länger für Juni 2020.

In Caransebes gibt es seit einiger Zeit über zehn Anbieter von Second-Hand-Läden. Nach unserer Wahrnehmung werden diese gut genutzt. Unsere Kleiderkammer ist somit in eine Konkurrenz getreten, die wir nicht möchten. Die geringfügigen Einnahmen, die durch den teilweisen Kleider- und Warenverkauf möglich wurden, um hierdurch soziale Projekte zu unterstützen, gehen stetig zurück.

Hinzu kommt, dass wir im Mutterhaus in Salzkotten den Arbeits- und Personalaufwand nicht mehr leisten können. Die geschenkten Sachen müssen sortiert und verpackt werden. Unsere Schwestern haben dies bis ins hohe Alter mit Liebe getan und sind nun in den „wohlverdienten Ruhestand“ getreten. Die Mitarbeiter*innen des Mutterhauses können die zusätzliche Arbeit, die ein Transport erfordert, nicht leisten.

Nicht zuletzt kosten die Transporte nach Rumänien einiges Geld, das nun besser für die Hilfe vor Ort verwendet werden kann. Dieses Geld soll den Schwestern dort zur Verfügung stehen, um Familien, Alleinstehende, Alte und Kranke wo es nötig ist, mit Lebensmitteln, medizinischen Hilfsmitteln, aber auch bei den Kosten, für Strom, Heizmaterial und Ähnlichem zu unterstützen. Nach wie vor bleibt unser wichtigstes Anliegen die Bildungsarbeit von Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung der Kinder in der Schulausbildung, die warme Mahlzeit für die bedürftigen Kinder, Schulmaterial und auch Nachhilfeunterricht. Nur durch die Bildung der Kleinsten ist es möglich, eine dauerhafte Verbesserung der Lage der Menschen zu erreichen.

Wir bitten um Verständnis für unsere Entscheidung und bedanken uns sehr herzlich für Ihre großartige Hilfe in all den Jahren. Ohne Sie wäre diese Aufbauarbeit nicht möglich gewesen. Zugleich haben wir die große Bitte, das Anliegen Rumänien in Ihren Herzen zu bewahren. Wir sind auf Ihre Unterstützung sehr angewiesen und bauen auf Ihre Hilfe.

29-06-2020

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