Berichte aus Rumänien


Informations-Abend in Salzkotten zu den Hilfsprojekten der Franziskanerinnen in Caransebes / Rumänien (v.l.):  Schwester Mariana Mutiu,  Ionut Alexandrescu und Schwester M. Angela Benoit, Provinzoberin der Franziskanerinnen. Foto: Bodin

Salzkotten / Caransebes. Schwester Mariana Mutiu beschreibt zunächst die schönen Seiten Rumäniens: die Berglandschaften der Karpaten, die Donau, Menschen in farbenfrohen Trachten. Die rumänische Ordensfrau leitet die Gemeinschaft der sechs zu den Franziskanerinnen Salzkotten gehörenden Ordensschwestern in dem Ort Caransebes im rumänischen Banat. Seit 1991 sind Schwestern der Kongregation der Franziskanerinnen dort und kümmern sich um jene, die am Rand der Gesellschaft leben.

Als Gäste des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerkes RENOVABIS sind Schwester Mariana und der Leiter der von den Franziskanerinnen getragenen Sozialstation in Caransebes, Ionut Alexandrescu, derzeit in Deutschland. Im Pfarrheim St. Johannes in Salzkotten informierten sie am Dienstag über ihre Arbeit und das Leben in Rumänien.

Seit den 1990er Jahren habe sich bereits einiges verbessert, berichtet Schwester Mariana. „Die Kinder kommen heute sauberer und seltener hungrig in unseren Kindergarten“, sagt sie. Weiterhin würden jedoch viele Kinder unter oft schwierigen Bedingungen bei Verwandten und Großeltern leben, während die Eltern im europäischen Ausland arbeiten. Der Kindergarten der Schwestern bietet für 30 Kinder Möglichkeiten, sich zu entfalten und spielend zu lernen. „Wir machen auch Ausflüge in die Umgebung. Manche Kinder lernen dabei zum ersten Mal Orte außerhalb von Caransebes kennen“, berichtet Schwester Mariana.

Schwester Mariana Mutiu zeigte auch die schönen Seiten ihres Landes.

Schwester Mariana Mutiu zeigte auch die schönen Seiten ihres Landes. Foto: Bodin

Die Aufgaben der Sozialstation dort sind weitaus umfangreicher als jene einer vergleichbaren Einrichtung in Deutschland und kaum eine Leistung ist durch den Staat refinanziert. „Die Armut der alten Menschen ist unvorstellbar“, berichtet Ionut Alexandrescu. Häufiger melden sich das örtliche Krankenhaus oder das Sozialamt und weisen auf Menschen hin, denen sie nicht mehr helfen können, weil ihnen die Mittel fehlen. Dann kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation und die Schwestern um diese Menschen, die sie meistens in einer völlig verwahrlosten Umgebung vorfinden. „Wir besorgen Dokumente, klären Rentenansprüche, suchen Verwandte, eine Wohnung und anders mehr“, beschreibt Schwester Mariana diese Hilfe. Die Schwestern helfen aber auch mit Kleidung, Feuerholz im Winter, Medikamenten und bei Bedarf mit einem Herd oder einer Waschmaschine. Möglich ist diese Hilfe nur mit Spenden aus Deutschland. Bis zu viermal im Jahr bringt ein großer LKW auch Sachspenden vom Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten nach Rumänien.

Die Schwestern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation helfen vorbehaltlos. Einen Obdachlosen, der nicht in eine städtische Unterkunft wollte, versorgten sie beispielsweise im Park. „Wir sind dann jeden Tag dorthin gegangen und haben seine Wunden verbunden“, berichtet Schwester Mariana.

Ionut Alexandrescu und Schwester Mariana besuchen in den kommenden Tagen noch die Michaelsschulen Paderborn, die Jung-Rotarier Paderborn und das Liebfrauen-Gymnasium Büren, weil auch dort die Arbeit der Franziskanerinnen in Rumänien sowie in Malawi / Ostafrika unterstützt wird. Am kommenden Sonntag, 19. Mai, wird die RENOVABIS-Pfingstaktion um 10 Uhr  im Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn eröffnet.

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