Stimmen der Heiligen zu Europa


„Heimat Europa mit Stimmen der Heiligen“ war am Sonntag ein besonderer Gottesdienst in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen mit anschließender Begegnung überschrieben (v.l.): Pater Hans-Georg Radina C.M., Pater Klaus-Ludger Söbbeler OSB,  Schwester M. Angela Benoit und  Schwester M. Alexandra Völzke.

Salzkotten. Was können uns die Heiligen zu Europa sagen? Unter dieser Leitfrage stand am Sonntag, 5. Mai 2019, eine besondere Eucharistiefeier zu dem Thema „Heimat Europa mit Stimmen der Heiligen“ in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Salzkotten. Bei einer anschließenden Begegnung zwischen Jung und Alt diskutierten auch Schülerinnen und Schüler des Liebfrauengymnasiums Büren das Thema „Heimat Europa“.

„Die Welt gerät unter Stress, wenn der Himmel versperrt ist“, begann der Benediktinerpater Klaus-Ludger Söbbeler OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede im Bezug zum Tagesevangelium seine Ausführungen. Bedrohung und Angst vor der Zukunft sei das Lebensgefühl vieler Menschen in Europa. Er zeigte auf, dass der hl. Benedikt in ganz ähnlich unruhiger und zerrissener Zeit wie heute lebte.

Pater Klaus-Ludger Söbbeler, Pater Hans-Georg Radina C.M. von den Vinzentinern in Lippstadt sowie Schwester M. Angela Benoit, Provinzoberin der Franziskanerinnen Salzkotten, und Schwester M. Alexandra Völzke gestalteten ein „Predigtgespräch der Heiligen“. Sie stellten die Heiligen, die ihre Orden gründeten und prägten sowie Edith Stein, in den Dialog mit der Leitfrage des Gottesdienstes und bezogen die grundlegenden Gedanken Benedikts, Franziskus', Vincents und Edith Steins auf die heutige Zeit und die Frage nach einem zukünftigen Europa.
Beim heiligen Franziskus, dem reichen Sohn eines Tuchhändlers, dem Gottsucher und Liebhaber der Armut,  ging es vor allem um den europäischen Überfluss und zugleich um den Mangel an Sinn, Orientierung und Gotteserfahrung. In der Grenzüberschreitung des Ichs und der Begegnung mit dem Du gelte es, den  wahren Reichtum zu entdecken. So werde aus Verzicht ein Gewinn.

Pater Radina zollte seinem Ordensgründer, dem heiligen Vincenz, seine Bewunderung, da dieser „immer das Ganze im Blick hatte“. Mit Herz und mit Verstand sorgte er für die Armen, zunächst vor Ort, dann in Frankreich und danach grenzüberschreitend in aller Welt. So wurde ein Netz der christlichen Caritas über die ganze Erde gespannt.

Liebe und Versöhnung war das zentrale Thema bei der Vorstellung von Edith Stein, die am 12. Oktober 1891 in Breslau als Tochter jüdischer Eltern geboren wurde. Während des Nationalsozialismus, während Krieg und Judenverfolgung, lebte sie in der Nachfolge Jesu. 1938 floh sie von Köln aus in die Niederlande und wurde mit vielen anderen verhaftet, nach Auschwitz deportiert und in einer Gaskammer in Auschwitz-Birkenau am 9. August 1942 ermordet. In ihrem Testament bot sie Gott ihr Leben an für den Frieden der Welt.  1998 wurde sie in Rom heiliggesprochen und 1999 zur Mitpatronin Europas erhoben.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich viele Gottesdienstbesucher im Franziskussaal zu einer Begegnung zwischen Jung und Alt zum Thema „Heimat Europa“. Das Liebfrauengymnasium nahm mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und EF an dem Gottesdienst und dem sich anschließenden regen Austausch teil. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten intensiv mit den anwesenden Schwestern und Gästen über aktuelle Themen und ihre Einstellung zu den Veränderungen in Europa. „Man muss nicht heilig sein, um Gutes zu tun“, meinte eine Schülerin. Im Gespräch wurde deutlich, dass in der Schülerschaft der Gedanke der Wertschätzung des Gegenübers und die Hilfe für Bedürftige präsent ist und Aktionen wie diese für beide Seiten, Jung und Alt, fruchtbar sein können.

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