Barmherzigkeit ist mehr als Aktionismus


V.l.:  Schwester M. Gabriele Lüdenbach, Schwester Maria Georg Loos, Abt Aloysius Althaus, Schwester Hildegarde Voß, Weihbischof Matthias König, Schwester Cäcilie Müller, Bruder Martin Lütticke und Dr. Jürgen Olschewski (Ordensreferent im Erzbischöflichen Generalvikariat). Foto: pdp

Paderborner Ordenskonferenz erörtert Barmherzigkeit im klösterlichen Alltag

Neubesetzungen im Vorstand: Abt Aloysius Althaus OSB und Sr. M. Gabriele Lüdenbach FCJM

Paderborn, 15. April 2016. Wie können gerade Ordenschristen mit ihrer besonderen Berufung den Begriff der „Barmherzigkeit“ mit Leben füllen? Um diese Frage ging es bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Paderborner Ordenskonferenz (POK), die gestern im Bildungs- und Gästehaus Liborianum in Paderborn stattfand. Neben dem inhaltlichen Austausch standen außerdem Neuwahlen im Vorstand an: Einstimmig wurden als neuer Beisitzer Abt Aloysius Althaus OSB, Abt der Bendiktinerabtei Königsmünster in Meschede, und als neue Sekretärin Schwester M. Gabriele Lüdenbach FCJM von den Salzkottener Franziskanerinnen gewählt.

Der neue Weihbischof in Paderborn, Dr. Dominicus Meier OSB, der zwölf Jahre Abt der Abtei Königsmünster in Meschede war, eröffnete die Zusammenkunft mit einem Impuls. Unter dem Titel „Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36) legte er dar, wie klösterliche Gemeinschaften Lernorte eines barmherzigen Miteinanders sein können. Im anschließenden Gespräch mit den anwesenden Ordensleuten betonte er, dass es wichtig sei, den Wert des Wirkens eines Ordenschristen nicht nur an dessen Arbeitsleistung zu messen: „Barmherzigkeit darf nicht nur Aktionismus bedeuten, nicht nur ein reines Abarbeiten. Hier ist ein Umdenken nötig“, so Weihbischof Dominicus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergänzten, dass die Wertschätzung stets für das Sein des Anderen gelten müsse und nicht allein für dessen Leistung. Die Sensibilität füreinander müsse in den einzelnen Orden gestärkt werden: „Um Hilfe zu bitten, ist auch eine Form der Wertschätzung“, bemerkte eine Teilnehmerin.

Jeder Ordenschrist versuche auf bestmögliche Weise das Evangelium so zu leben, wie er es verstehe. Wenn man dabei nicht immer einer Meinung sei, sei auch dies barmherzig zu respektieren, lautete ein weiterer Wortbeitrag. Nicht zuletzt sei es wichtig, barmherzig mit allem zu sein, was nicht gelinge. Das gelte auch für das Gebet: „Auch das Beten kann als ‚Leistung‘ missverstanden werden. Wenn das Beten einmal nicht gelingt, kann auch hier Barmherzigkeit gegen sich selbst eingeübt werden“, befanden die Ordensleute.

Ordenskonferen

Das Votum bei der Wahl des neuen Beisitzers und der neuen Sekretärin im Vorstand der Paderborner Ordenskonferenz war einstimmig. Foto: pdp

Zwei Ämter im Vorstand waren bei den anschließenden Wahlen neu zu besetzen: Für die bisherige Beisitzerin im Vorstand, Schwester Cäcilie Müller, endet ihre Amtszeit als Generaloberin der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vincenz von Paul. Damit scheidet sie aus dem Vorstand der Paderborner Ordenskonferenz aus. Die Amtszeit des bisherigen Sekretärs im Vorstand der POK, Bruder Martin Lütticke OFM von den Franziskanern in Wiedenbrück, endet regulär nach fünf Jahren. Als Nachfolger wurden Abt Aloysius Althaus OSB, Abt der Bendiktinerabtei Königsmünster in Meschede, für das Amt des Beisitzers und  Schwester Gabriele Lüdenbach FCJM von den Salzkottener Franziskanerinnen als Sekretärin vorgeschlagen – der Vorschlag wurde mit einstimmigem Votum angenommen.

Weihbischof Matthias König, der im Erzbistum Paderborn Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens ist, begrüßte die beiden Neuzugänge im Vorstand und bedankte sich bei den beiden scheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre konstruktive Mitarbeit. Weihbischof König und Dr. Jürgen Olschewski, Ordensreferent im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, luden die Ordensleute zur Mitfeier des diesjährigen Liborifestes ein. Am Mittwoch der Liboriwoche, dem Tag der Ordenschristen, Missionare und Missionare auf Zeit (27. Juli), werden traditionell ein Pontifikalamt und eine Pontifikalvesper gefeiert. In diesem Jahr wird die Liturgie des Pontifikalamtes und der Pontifikalvesper von der Arbeitsgemeinschaft „Institute des geweihten Lebens“ gestaltet.

Neben dem Ausblick auf das Pontifikalamt zu Libori wurde aus der Arbeitsgemeinschaft „Institute des geweihten Lebens“ unter anderem auf den pastoralen Studientag zum Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn zurückgeblickt, der 2015 mit rund vierzig Teilnehmern im Kloster St. Michael in Paderborn stattgefunden habe. Berichtet wurde außerdem über die Beschäftigung mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen. Hier habe sich gezeigt, dass auch schon kleine Hilfen im Alltag viel bewirken könnten. Aus der Arbeitsgemeinschaft „Berufung im Blick“, die sich mit Fragen der Berufungspastoral befasst, wurde deren Kernauftrag kurz reflektiert: der Austausch darüber, wie beispielsweise Anregungen im Umgang mit suchenden Menschen gegeben werden könnten oder wie neue Berufungen für ein Leben als Ordenschrist wachsen könnten. Schwester Maria Georg Loos CPS, Vorsitzende der Paderborner Ordenskonferenz, dankte den Mitgliedern in den Arbeitsgemeinschaften: „Ohne diese operative Arbeit wäre unsere Vorstandsarbeit gar nicht möglich. Es ist gut, dass wir Ordensleute sichtbar sind in dieser Welt im Namen der Barmherzigkeit Gottes.“

Stichwort: Paderborner Ordenskonferenz

Die Paderborner Ordenskonferenz berät und fördert die einzelnen Gemeinschaften in Fragen des Ordenslebens und im Hinblick auf ihre seelsorglichen, missionarischen, pädagogischen und sozial-caritativen Tätigkeiten. Ebenso fördert sie die Zusammenarbeit mit der Leitung der Erzdiözese Paderborn und entsendet Mitglieder in den Priester- und Diözesanpastoralrat des Erzbistums. Die Oberinnen und Oberen der Institute des geweihten Lebens im Erzbistum Paderborn nutzen die Paderborner Ordenskonferenz, um gemeinsame Anliegen zu behandeln und eine Abstimmung und Zusammenarbeit mit kirchlichen, staatlichen und zivilen Stellen zu ermöglichen.

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