August- Seminar 10.08. bis 13.08.2021

Hoffnungsfest

Für uns am wichtigsten: das Hoffnungsfest, ein gemeinsamer Gottesdienst mit unseren Familienangehörigen am Ende des Seminars.



Für das Augustseminar stand jede Menge auf dem Programm. Für uns am wichtigsten: das Hoffnungsfest, ein gemeinsamer Gottesdienst mit unseren Familienangehörigen am Ende des Seminars.

Aber von Anfang an: Auch dieses Seminar startete mit der für uns traurigen Nachricht, dass sich eine weitere Freiwillige für ihren persönlichen Plan B entschieden hatte. Thema war daher zunächst die aktuelle Coronalage und Ungewissheit über den Zeitpunkt unserer Ausreise. Denn die Einreise in Malawi war weiterhin für Tourist*innen und uns Freiwillige auf unbestimmte Zeit nicht möglich. Mit den Teamerinnen haben wir daher über einen Plan B gesprochen und uns über Alternativen ausgetauscht.

Und dann haben wir uns in die weitere Vorbereitung gestürzt: Im Rahmen des Themas "Rollen, insbesondere Geschlechterrollen" haben wir uns gefragt, in welchen verschiedenen (Geschlechter-) Rollen wir uns aktuell befinden. Vielleicht bin ich z.B. eine Schwester, eine Tochter, eine Freundin, eine Arbeitskollegin, Partnerin. Welche Erwartungen werden in der jeweiligen Rolle an mich gestellt und welche Herausforderungen bringt dies mit sich? In welcher Rolle fühle ich mich wohl/ nicht wohl? Welche Rolle(n) kommen zukünftig wohl noch dazu? Nicht nur für unseren anstehenden Auslandsaufenthalt war dies ein interessantes Thema.

Zum Thema "Stress und Stressprävention" haben wir uns dann nach draußen begeben, denn das Wetter war so schön und wir wollten auch ein bisschen die Sonne genießen. Zusammen mit den Teamerinnen haben wir überlegt, wie wir Stresssituationen erkennen und vielleicht sogar vermeiden können. Natürlich haben wir uns auch über unsere ganz persönlichen Erfahrungen und Tipps ausgetauscht.

Auch "heftige" Themen wie "Gewalt/ sexualisierte Gewalt" und "HIV/ Aids" wurden behandelt. Wir waren überrascht, wie wenig wir eigentlich über HIV und Aids wissen. Daher kamen schon die ersten Fragen und Diskussionen bei der Präsentation der allgemeinen Fakten auf. Die Teamerinnen hatten sich hier sehr gut informiert und sich Gedanken darüber gemacht, das Thema möglichst interessant aufzuarbeiten. So haben wir z.B. gemeinsam Videos geschaut, um auch die Eindrücke einiger in Deutschland HIV-Infizierten zu hören. Zusammen haben wir dann alle eine Rollenspiel-"Party" gefeiert, in der wir vor Augen geführt bekommen haben, wie schnell sich das HI-Virus verbreiten kann und wie wichtig Aufklärung und Prävention ist.

In den Pausen und am Abend haben wir Freiwilligen dann weiter unser "Hoffnungsfest" vorbereitet. Ein besonderer Dank gilt hier der Pastoralassistentin Leonie, die uns nicht nur musikalisch unterstützt hat, sondern auch einen sehr schönen abendlichen Impuls im Mutterhausgarten vorbereitet hat.

Hoffnungsfest

Der letzte Seminartag stand dann ganz im Zeichen des Hoffnungsfestes. Nach dem Frühstück und einem Corona- Schnelltest in der Apotheke haben wir draußen alles aufgebaut und nochmal die Lieder geprobt. Und dann trudelten auch schon die Gäste ein. Das Wetter war herrlich und wir haben einen wunderschönen Gottesdienst feiern dürfen. Anschließend führten Schwester Angela und Schwester Birgit alle Interessierten durch den Mutterhausgarten und das Mutterhaus. Die Teamerinnen hatten eine kleine Präsentation über Malawi vorbereitet und standen für die Fragen unserer Angehörigen zur Verfügung.

Während des gemeinsamen Waffelessens mit Kaffeetrinken durften wir Freiwilligen uns dann als Symbol der Verbundenheit und Solidarität die Tucum- Ringe aussuchen. Und dann mussten die ersten auch schon wieder los und ein wundervolles, sehr interessantes und zugegeben auch anstrengendes Seminar neigte sich schon wieder dem Ende zu.

Hoffnungsfest

Hannah B. und Hellen E., MaZ`lerinnen in Vorbereitung

 

Länderseminar Malawi 23.7. bis 25.07.2021


chichew unterricht

Wir waren alle sehr glücklich darüber, dass das Länderseminar als Präsenzseminar in Salzkotten stattfinden konnte. Zu Beginn des Seminars erhielten wir die Nachricht, dass unsere Truppe geschrumpft war: Zwei Freiwillige hatten sich aufgrund der ungewissen Ausreise für etwas anderes entschieden. Natürlich konnten wir ihre Entscheidung nachvollziehen, denn wir alle waren verunsichert, ob bzw. wann es für uns an der Zeit war, unseren persönlichen Plan B aus der Tasche zu ziehen - wenn wir denn überhaupt schon einen hatten. Dies war natürlich immer wieder Thema und der Austausch tat gut.

Nichtsdestotrotz stürzten wir uns alle voll motiviert ins Seminar.

Als Einstieg haben wir allgemeine Informationen über das Land Malawi, insbesondere zur Geschichte und Kultur in Form einer Präsentation der Teamerinnen erhalten; dabei haben die Teamerinnen natürlich schon die ersten neugierigen Fragen von uns Freiwilligen beantwortet.

Lustig wurde es dann beim Binden des traditionellen Tuchs, den die Frauen als Rock bzw. Überrock verwenden, auf Chichewa, des Landessprache Malawis: "Chintenje". Die Rückkehrer*innen hatten im Laufe der Jahre verschiedene Chintenje unterschiedlichster Farben und Muster nach Salzkotten gebracht und so wurde uns die Wickeltechnik und die vielseitigen Verwendungsformen dargelegt, z.B. als Decke, Überrock, Tragegurt, Tasche.

Und dann ging es auch direkt los mit den ersten Wörtern auf Chichewa. Da das Wetter so schön war, haben wir spontan einen Teil des Sprachkurses nach draußen verlegt. Vielen Dank hier an die Teamerin Paula, die mit einer Engelsgeduld versucht hat, uns die ersten Sätze, u.a. mit Hilfe eines Chichewa- Memories beizubringen. Noch heute haben wir alle einen Ohrwurm vom Lied zur Melodie von "the lion sleeps tonight", den frühere Rückkehrer*innen mit einfachen Wörtern zur Begrüßung auf Chichewa bestückt hatten.

Muli bwanji - ndili bwino - zikomo - kaya inu... (Wie geht`s? Mir geht`s gut, danke und Ihnen?)

Es war ein besonderes Erlebnis, nach der langen Corona- Pause gemeinsam den Gottesdienst in der Kirche des Mutterhauses besuchen zu dürfen. Krönender Abschluss des Seminars war der Kochabend. Gemeinsam wurde eingekauft (die Zutaten wurden natürlich auf Chichewa übersetzt) und traditionell gekocht.


Bericht vom 5. MaZ-Seminar – 21.-23.05.2021

Screenshot Zoom Konferenz

Leider konnte aufgrund der Coronakrise auch unser fünftes Seminar über Pfingsten nur online stattfinden. Und das, obwohl an diesem Wochenende doch unsere Projektfindung stattfinden sollte. Nicht gerade die Bedingungen, die wir uns vorgestellt hatten.

Dennoch begann unser Seminar mit einer positiven Überraschung für uns Freiwillige: Wir haben Zuwachs bekommen. Marie hat sich als weitere Freiwillige unserem Vorhaben angeschlossen und möchte ebenfalls ein Jahr als MaZ`lerin in einem anderen Land verbringen.

Damit Marie die Gruppe und wir Marie besser kennenlernen konnten, starteten wir daher mit einer kurzen Vorstellrunde und einer Reihe von Blitzfragen, die wir in einem zwei-minütigen Gespräch mit einer anderen Person aus der Gruppe beantworten sollten. Anschließend kamen zurückgekehrte MaZler*innen aus Malawi und Rumänien zu dem Meeting. Diese erzählten noch einmal von ihren Projekten und beantworteten unsere Fragen.

Das anschließende gemeinsame Online-Spiel bildete einen schönen Abschluss für den Tag.

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück vor dem Bildschirm, was uns die Gelegenheit gab, entspannt in den Tag zu starten. Anschließend spielten wir Freiwillige einen Online Escape Room, wobei wir es tatsächlich schafften, alle Rätsel zu lösen, dafür allerdings eine halbe Stunde länger brauchten als von der Website vorgesehen. In dieser Zeit konnten wir gut gemeinsam arbeiten.

Im Anschluss an diesen entspannten Tagesstart hatten wir mehrere Stunden Zeit, uns mit unserem bisherigen Leben, unserer Familie, unseren Ängsten und Hoffnungen auseinanderzusetzen und unsere eigene Biografie kreativ darzustellen, beispielsweise in einem Lebensbaum, einem Diagramm oder einem Bild. Dabei half uns auch eine Traumreise, die uns durch unsere persönliche Vergangenheit führte. Die Ergebnisse stellten wir uns gegenseitig in Kleingruppen vor und konnten so auch nochmal mehr über einander erfahren.

Abends aßen wir erneut gemeinsam, bevor wir den Tag noch einmal sacken ließen, indem wir zum Abschluss ein Band aus Perlen, die uns unsere Teamerinnen per Post zugeschickt hatten, fädelten.

Nach diesem vergleichsweise entspannten und doch produktiven Samstag gingen wir in den Pfingstsonntag - den Tag, an dem sich entscheiden sollte, in welches Projekt wir gehen werden.

Wir begannen mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst, bei dem wir freie Fürbitten formulierten. Anschließend setzten wir uns noch einmal mit unserer Motivation und unseren Vorstellungen für unser Jahr als MaZ`lerin auseinander und überlegten still für uns, in welches Projekt wir gerne reisen würden. Und dann ging es in die Gespräche: Wer möchte wohin? Was kann man sich alternativ vorstellen? Was erwartet mich, wenn ich mich dazu entscheide, doch in ein anderes Projekt zu gehen? Welchen Herausforderungen muss ich mich dann stellen?

Nach mehreren Stunden voller Gespräche, Überlegungen und Auszeiten, hatten wir dann schließlich alle unser Projekt gefunden. Yeah!

So konnten wir das Seminar mit einem Abschlussimpuls gut gelaunt beenden.

Auch dieses Seminar war wieder super gut vorbereitet und organisiert. Vielen Dank an unser Team, das die Projektfindung so gut mit uns durchführte! Wir freuen uns schon auf unser nächstes Seminar im Juli.

MaZ in Vorbereitung Hannah Berels

 

MaZ-Vorbereitung Seminar 4 – Bericht

MaZ 4. Seminar Screenshot

Leider fand auch unser 4. Vorbereitungsseminar wieder online statt. Obwohl wir uns bisher noch nie in Realität gesehen haben, verstehen wir uns doch inzwischen alle sehr gut und waren voller Vorfreude das Wochenende virtuell miteinander zu verbringen.

Nach einem Einstiegsimpuls begannen wir, uns mit unserem persönlichen Glauben auseinanderzusetzen. Das bereitete uns sehr gut vor für unsere Gäste, die wir an diesem Tag mit Fragen löchern durften.Zuerst erzählte uns Father Sylvester aus Malawi über seinen Glauben und wir hatten die Möglichkeit, ihm darüber Fragen zu stellen. Dabei erfuhren wir Unterschiede zwischen malawischer und deutscher bzw. europäischer Kirche, seinen Umgang mit Glaubenskrisen und die Rolle des freien Willens in Gottes Plan für die Menschheit. Es war unglaublich interessant, sich mit diesem in Rom lebenden und arbeitenden Priester unterhalten zu können. Hinterher hatten wir einiges dazugelernt und neue Perspektiven erlangt.

Abends haben wir uns in Kleingruppen mit Schwestern aus Salzkotten unterhalten, die sich extra für uns zugeschaltet hatten. Dabei haben wir uns über alles Mögliche unterhalten, zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in den Orden, Vorurteile und Glaubenserfahrungen. Es war beeindruckend, so viele Geschichten hören zu können und wir alle fanden die uns zur Verfügung stehenden Zeit viel zu kurz.

Samstags haben wir uns mit den Themen „Globales Lernen“ und „Rassismus“ auseinandergesetzt. Dabei sind wir auf verschiedene Ebenen des Rassismus eingegangen, haben rassistische Werbung analysiert und uns über das „richtige“ Handeln in Situationen, in denen wir Rassismus beobachten oder wir selber rassistisch handeln oder denken, ausgetauscht. Ein wichtiger Punkt war außerdem, einen kritischen Blick auf Entwicklungs-zusammenarbeit zu werfen.

Das Highlight für die meisten am Samstag war vermutlich eine österreichische Filmproduktion. In dieser Dokumentation wurde Österreich aus Sicht eines afrikanischen Fernsehteams dargestellt. Zum einen war es sehr lustig, uns bekannte Bräuche einmal hinterfragt zu sehen, zum anderen zeigte es uns aber auch eindrücklich, dass so etwas wie Objektivität und allumfassende Darstellung einer Situation und vor allem einer ganzen Kultur unmöglich zu erreichen ist.

Am Abend hatten wir noch eine Präsentation über unsere Gesundheitsvorsorge in den einzelnen Ländern. Dabei erhielten wir wichtige Informationen über Impfungen und Medikamente.

Am Sonntag lag unser Fokus auf der Macht der Sprache und verschiedenen Formen von Diskriminierung. Wir sprachen darüber, wie unsere Ausdrucksweise andere ausschließen, verletzen und herabsetzen kann und welche Verantwortung daraus für uns folgt. Anschließend wurden wir anhand von Beispielen auf die Berichte vorbereitet, die wir im Rahmen des weltwärts-Programms schreiben müssen.

Nach einem abschließenden Impuls war unser Seminar auch schon wieder vorbei. Wie immer haben wir viel gelernt, viel geredet, Meinungen ausgetauscht und gelacht. Es war wieder einmal ein gelungenes Seminar und wir freuen uns alle schon auf das nächste Mal!


MaZ in Vorbereitung Hannah Oßwald

 

MaZ Seminar 27./28. Februar 2021

3. Seminar 2021


...und schon wieder war aufgrund Corona kein Präsenzseminar in Salzkotten möglich, sodass wir uns wie gehabt online getroffen haben.
Diesmal bestand unsere Gruppe neben uns "üblichen Verdächtigen" (den Freiwilligen, Laura und Schwester Alexa) auch aus den Teamerinnen Pia, Nicole, Johanna und Henrik.
Gestartet sind wir am Samstagvormittag ganz locker, indem wir uns anhand der Abbildung einer Freibadsituation bestimmten Personen zugeordnet haben, um zu sehen wo wir gerade stehen und wie wir ins Seminar gehen. Denn einige von uns hatten eine stressige Woche, z.B. mit Vorbereitung auf die Vor-Abiklausuren hinter sich, andere kamen ganz entspannt zum Seminar.

Spätestens am Nachmittag waren aber alle wach und voll dabei, denn wir tauchten direkt ab ins Thema "Helfen".

Dabei fiel uns auf, dass es uns leicht fiel Beispiele zu sammeln, wie wir hier vor Ort Personen in unserem näheren Umfeld, wie z.B. unserer Oma helfen können. Schwieriger war es zu überlegen, wie unsere Hilfe konkret im Projekt im Freiwilligenjahr aussehen könnte. In dem Zusammenhang stellten wir uns die Frage, ob wir nicht vielleicht auch oft in der Rolle der Hilfeempfängerin sein werden, z.B. wenn wir nicht wissen mit welchem Bus wir an unser Ziel kommen oder wenn wir anfangs die Landessprache nicht verstehen.

Warum helfen Menschen anderen Menschen überhaupt? Warum helfe ich? Welche Emotionen entstehen dabei? Welche Reaktionen erwarten wir, wenn wir helfen? Gibt es auch irritierende Reaktionen; wenn ja welche?

Es wird deutlich, das Thema "Helfen" ist komplex und wird uns sicherlich jedes Seminar, im Freiwilligendienst und auch danach begleiten.

Wenn man über das Thema "Helfen" im Zusammenhang eines Freiwilligendienstes im Globalen Süden spricht, stößt man unweigerlich zum viel diskutierten "White Savior Complex", also dem "Weisser- Retter*in-Komplex". Dazu haben wir mehrere Videos, u.a. einer bekannten Influencerin angesehen und festgestellt, wie viel man "falsch" machen kann, indem man die Situation vor Ort verfälscht und unrealistisch darstellt.

Welche Motivation und Erwartungen haben wir also als Freiwillige? Sind unsere Erwartungen realistisch und "passen" sie ins Projekt?

Wie möchten wir über unseren Freiwilligendienst berichten?

Wichtig war es den Teamerinnen, mit uns zusammen herauszuarbeiten, dass es vor Ort unsere erste Aufgabe sein wird zu beobachten und genau hin zu schauen, um die Kultur besser kennen zu lernen.
Aufgelockert wurde das Seminar durch Spiele und einen Spaziergang.

Am Sonntag haben wir uns dann mit der Frage beschäftigt, was unser persönlicher "Plan B" sein könnte, wenn Corona eine Ausreise unmöglich machen sollte. Für uns verständlicherweise kein einfaches Thema.

Dazu sollten wir uns vorab einmal Gedanken machen, was uns eigentlich Spaß macht, was uns motiviert und wo unsere persönlichen Stärken liegen. Das war eine schöne Weise, sich dem Thema vorsichtig zu nähern und dabei die Gruppe noch besser kennen zu lernen.
Schließlich haben wir uns mit Fundraising beschäftigt. Dabei geht es nicht nur ums "Kröten" sammeln, sondern vielmehr mit unseren nahen Umfeld, unserer Gemeinde oder auch anderen Menschen in Kontakt zu treten; über das MaZ- Projekt zu berichten, zu informieren und mit dem ein- oder anderen ins Gespräch zu kommen.

Vorab hatten wir dazu überlegt, was so ein Freiwilligenjahr (z.B. Flug, Impfung, Visa, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung etc.) wohl kostet. Gar nicht so einfach zu schätzen - unsere Vorstellungen gingen teilweise weit auseinander und manchmal auch sehr weit an der Realität vorbei :-)
In Einzelgruppen haben wir viele tolle Ideen gesammelt, wie z.B. Second-Hand Basar, die Nutzung von Social Media oder eben das klassische "Waffeln backen".

Das gab Motivation für unsere weitere Vorbereitung.

Es war mal wieder ein tolles, lehrreiches und lustiges Seminar. Ein dickes Lob an das Team für die kreative Umsetzung, wir freuen uns auf März!

Hellen Eley

MaZ-Zwischenseminar in Salzkotten – 09.-12.02.2021


Schneeengel
Als Engel im Schnee „verewigt“.


Seminar im eigenen Heim. Die Anreise für unser Zwischenseminar war wirklich weit, mussten wir doch den Weg aus unseren Zimmern in unsere Küche und unser „Wohnzimmer“ bewältigen. Nachdem wir alle nachweislich Corona negativ waren, starteten wir mit einem Geburtstagsfrühstück in den ersten Seminartag. Mit dem anschließenden Morgenimpuls waren wir direkt wieder im gewohnten Seminarfeeling.

Ähnlich wie bei unserem letzten Seminar im August, konnten wir uns direkt wieder kreativ ausleben. Diesmal, indem wir das letzte halbe Jahr unseres Einsatzes in einem Bild festhielten und gemütlicher Atmosphäre miteinander reflektierten. Am Nachmittag bekamen wir einen Einblick in das Themenfeld Rhythmus-Atem-Bewegung. Gemeinsam widmeten wir uns im Meditationsraum unseren Füßen in einer ausgiebigen Massage. Die positiven Nachwirkungen im gesamten Körper hätte wohl keine von uns erwartet. Mit diesem entspannten Gefühl und den fest im Boden verankerten Füßen konnten wir uns unserer nächsten großen Aufgabe widmen: dem Abendessen. Kulinarisch reisten wir nach Indien. Die Zubereitung dauerte zwar etwas länger als geplant, aber das Ergebnis war in jeden Fall die Mühe wert.

Mit vollen Mägen ging es an die letzte thematische Einheit für den Tag. So überlegten wir gemeinsam, was die Bibel in unserem Alltag bedeutet. Mit vielen neuen Ideen und Anregungen beendeten wir den Tag.

Zwar hatten wir für das Frühstück am Mittwoch nicht ganz so viel Zeit wie am Tag zuvor, die reiche Auswahl war jedoch kein bisschen geschrumpft, sodass wir auch an diesem Tag gut gestärkt mit der Einheit „Klimawandel und Lebensmittelverschwendung“ starten konnten. Hierfür bekamen wir digitalen Besuch einer weiteren Teamerin. Diese Einheit hat uns noch einmal deutlich gemacht, dass wir alle etwas an unserem Konsumverhalten ändern können und müssen, um unsere Erde zu schützen.

Nach der Mittagspause griffen wir ein weiteres globales Problem auf: Rassismus und Formen von Diskriminierung. Auch hierfür schaltete sich eine Teamerin zu. Die Gespräche auch über einen Laptop zu führen, waren wir schon vom Vormittag gewöhnt. Da wir dieses Thema bereits in einem anderen Seminar behandelt hatten, starteten wir mit einem Quiz, um unser Wissen abzufragen. Mangels eigener Erfahrungen aufgrund unserer privilegierten Situation, ließen wir anschließend Betroffene in einem Video zu Wort kommen.

Um uns von diesem doch sehr kopflastigen Tag zu erholen, reisten wir zum Abendessen nach Malawi.


Zwischenseminar 2021
Auch dieses Mal war der Tisch reich gedeckt und wir nach jedem Bissen zufriedener.

Später bekamen wir Besuch von einer Schwester, welche uns von ihrer Zeit in der Flüchtlingsarbeit erzählte. Dabei wurden wir nicht nur von den kurzen Filmen über ihre Arbeit gefesselt, wir lauschten auch gespannt ihren Erzählungen.

Am Donnerstag ging es mit ebenso herausfordernden Inhalten weiter. Zuerst bekamen wir etwas Input zu (professioneller) Nähe und Distanz. Danach reflektierten wir dieses erwünschte Gleichgewicht auf unsere Tätigkeiten in den Einsätzen. Nahtlos ging es mit dem Besuch einer weiteren Schwester ins nächste Thema über. Wir tauschten uns über unsere Erfahrungen zu Leben und Tod aus und bekamen noch viele neue Aspekte präsentiert.

Um unsere rauchenden Köpfe abzukühlen, widmeten wir den Nachmittag einem großen Schneespaziergang im Feld. Durchgefroren, aber glücklich rundeten wir den Tag mit einem indonesischen Nudelgericht ab. Als letzte Seminareinheit feierten wir eine kurze Andacht, passend zu den Inhalten des Vormittags.

Wieder einmal war der letzte Seminartag viel zu schnell gekommen. Auf unseren Wunsch hin griffen wir zuletzt das Thema „Gewalt“ auf, welches wir bereits im August behandelt hatten. Es hatte uns gut auf unseren Einsatz vorbereitet und  sensibilisiert. Eine Erfahrung, die wir alle drei teilten. Unser Anliegen war, jetzt tiefer in diese Thematik einzusteigen und eigenes und fremdes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Was bedeutet  wirklich „Kin-deswohlgefährdung“, „Gewalt in der Pflege“? Der Austausch mit-einander half uns zu mehr Klarheit und schulte uns, eine Achtsamkeit füreinander zu entwickeln. Unsere Fragen fanden bei unseren erfahrenen Teamerinnen Gehör und sie verstanden es, Situationen gut zu beleuchten, aus verschiedenen Aspekten zu betrachten und  unser Selbstvertrauen zu stärken. Um mit möglichen Erlebnissen in diesem Kontext gut umgehen zu können und sie zu verarbeiten, wurde uns die Methode der kollegialen Beratung vorgestellt, die wir zugleich einübten. Wirklich ein sehr hilfreiches Instrument.

Nachmittags drehte sich dann alles um unser eigenes Wohlbefinden und unsere Bedürfnisse und wie wir diese in unseren verschiedenen Lebensräumen, wie Arbeit, Familie oder Freundeskreis, äußern können. Im Anschluss erdeten wir uns erneut mit einer Fußmassage.
Mit einer gemeinsamen Reflexion sowie einem letzten Abendimpuls beendeten wir das Seminar. Auch unsere kulinarische Reise fand an diesem Abend in Rumänien ihren Abschluss. In diesem, doch sehr persönlichen, Seminar brachten wir uns mit Impulsen und Themenwünschen ein und freuten uns über die gelungene Umsetzung. Generell war es sehr schön, in diesen Tagen erneut das typische Salzkottener Seminargefühl zu erleben, das nicht zuletzt durch die Gemeinschaft während der Einheiten und an den gemeinsamen Abenden entstand.

MaZ`lerinnen Maren, Vivien und Judith


Vielfältig sozial und ökologisch engagiert

Beitrag aus Kontinente Ausgabe 1 / 2021:

MaZ Salzkotten
Maren Schäfers, Judith Janz und Vivien Szentner (v.l.) können derzeit nicht als MaZ ins Ausland und sind stattdessen in Salzkotten im Einsatz. Foto: M. Bodin

Während die einen ihre Einsätze im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie abbrechen mussten, konnte der nachfolgende Jahrgang gar nicht erst starten. Vivien Szentner, Maren Schäfers und Judith Janz sind dennoch Missionarinnen auf Zeit.

Ursprünglich hatten sich 14 junge Menschen für das Jahr 2020/2021 bei den Franziskanerinnen Salzkotten als Missionarinnen und Missionare auf Zeit (MaZ) gemeldet. Sie hofften darauf, dass sich die Lage der Corona-Pandemie verbessern würde und sie doch noch nach Malawi, Indien, Indonesien, Osttimor oder Rumänien reisen könnten. Danach sah es dann aber nicht aus und so änderten die meisten ihre Pläne wieder und suchten sich Alternativen zum MaZ-Jahr im Ausland. Für Vivien Szentner, Maren Schäfers und Judith Janz liegt ihr Einsatzort jetzt in Salzkotten. Die drei leben derzeit im Antoniushaus neben dem Mutterhaus der Franziskanerinnen. Sie nehmen teil am religiösen Leben dort und arbeiten in Salzkotten.

Vivien Szentner ist in der sozialen Betreuung im Altenheim St. Clara aktiv, Maren Schäfers hilft auf dem Vauß-Hof, einem Biobauernhof und Lernort für nachhaltige Bildung in Salzkotten-Scharmede, und Judith Janz kümmert sich um Schülerinnen und Schüler einer Förderschule in den Klassen und im Bereich „Offener Ganztag“. „Ich helfe unter anderem beim Essen oder bei den Hausaufgaben“, sagt sie. Eigentlich wollte sie jetzt in Indien in einem Kinderdorf im Einsatz sein. Maren Schäfers hatte sich für Malawi entschieden, und Vivien Szentner wäre unter normalen Bedingungen ebenfalls nach Indien gegangen.

Alle drei aber haben ihre Entscheidung, sich als MaZ vor Ort in Salzkotten zu engagieren nicht bereut. Nach dem Abitur wollten sie nicht direkt studieren, sondern sich sozial einsetzen und neue Erfahrungen sammeln. „Ich habe lange darauf gehofft, noch reisen zu können, bin jetzt aber auch froh über das Angebot hier in Salzkotten“, meint Maren Schäfers. Ihre Arbeit auf dem Vauß-Hof sei vielfältig, abwechslungsreich sozial und ökologisch. Den Tag beginnen sie in der Regel mit einem gemeinsamen Frühstück in ihrer Wohngemeinschaft im Antoniushaus. Dann geht es zu den Arbeitsorten. Am weitesten hat es Maren Schäfers, die die knapp sechs Kilometer zum Biohof mit dem Fahrrad zurücklegt. Für Vivien Szentner liegt die Arbeit quasi vor der Haustür, und so eilt sie auch schon mal herbei, wenn sie nicht im Dienst ist, aber sieht, dass ein Altenheimbewohner im Garten ihre Hilfe gebrauchen kann.

2. MaZ-Seminar 23.-24.01.2021 

MaZ 2 Seminar

Nun hat auch das zweite Seminar begonnen, worauf wir uns alle sehr gefreut haben. Leider konnten wir uns auch dieses Mal nur digital sehen, aber wir hoffen, dass sich das bald ändert und wir uns persönlich sehen können.

Gestartet sind wir am Samstagmorgen mit einem Impuls, bei dem wieder eine Geschichte vorgelesen wurde und wir zusammen bei Kerzenschein den Liedern gelauscht haben. Das gab uns auch nochmal die Zeit, vollständig im Seminar anzukommen. Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und haben zusammen eine Klosterrallye gemacht. Dabei durften wir virtuell das Kloster und einige Schwestern kennenlernen und sollten dabei auch noch verschiedene Aufgaben lösen, bei denen uns die Schwestern halfen. Jedes Team hatte auch eine Teamerin, welche uns sehr gut angeleitet hat. Im Anschluss sind wir dann in die Mittagspause gegangen, um uns für das folgende Thema zu stärken.

Nach der Pause ging es nämlich mit „Franziskanischer Spiritualität“ weiter. Dazu wurden uns drei Videos gezeigt, die sogenannte „Schlüsselereignisse“ enthielten, wozu wir uns Gedanken machen sollten. Danach wurden wir dann in kleine Gruppen aufgeteilt, um uns darüber auszutauschen, um dann unsere Ergebnisse in der Gruppe zu besprechen. Das MaZ-Team hatte uns einen Umschlag zukommen lassen, in dem verschiedene Dinge enthalten waren. Nach dem Austausch mit der Gruppe durften wir dann den ersten Umschlag aufmachen, in dem eine Nussschale, ein roter Faden und die drei Schlüsselereignisse waren. Wir sollten die Nussschale dann zusammen kleben und den Begriff wählen, der für uns am meisten Bedeutung hat. Am Nachmittag hatten wir dann wieder ein gemeinsames Kaffeetrinken, wo wir uns auch nochmal nett unterhalten konnten.

Nach der kleinen Stärkung ging es mit dem Thema „Was bedeutet Gemeinschaft für dich?“ weiter. Auch hier wurden für uns verschiedene Leitfragen vorbereitet, über die wir uns bei einem Spaziergang in der Natur Gedanken machen sollten und die wir danach wieder in der Gruppe besprochen haben. Kurz vor Schluss haben wir dann zusammen ein Origami gebastelt, bei dem eine Person pro Gruppe erklären musste und die anderen mit geschlossenen Augen das Origami basteln sollten. Auch wenn einige zwischendurch ein bisschen verwirrt waren, hat uns das trotzdem sehr viel Freude bereitet und war auch eine schöne Abwechslung. Geendet hat der Tag mit einer Reflexion, einem Impuls im Kerzenschein und müden, aber zufriedenen MaZ’lerinnen.

Am Sonntagmorgen starteten wir wieder motiviert in den zweiten Seminartag mit einem Impuls. Wir haben zusammen Lieder gehört und jeder hat einen Psalm vorgelesen. Danach ging es um das Thema „Missionsverständnis“, bei dem wir uns online über das Miroboard über die Begriffe Mission, Missionar/-in und missionieren ausgetauscht haben. Im Anschluss sind wir dann zur Missionsgeschichte übergegangen, bei dem sich jede einen Zeitabschnitt aussuchen durfte, um ihn dann zu bearbeiten und später vorstellen zu dürfen. Nach einer kurzen Pause wurde uns ein Sendungstext vorgelesen. Dieser half uns, über unser eigenes Missionsverständnis klar zu werden, um dann unsere Gedanken in die Kladde übertragen zu können.

Danach hatten Zeit, um uns für den letzten Abschnitt zu stärken. Nach der Pause ging es weiter mit einem Podcast über Sozialpsychologie, welcher das Thema von Samstag „Leben in Gesellschaft“ nochmal aufgegriffen hat. Es wurden auch die Begriffe „Individualismus“ und „Kollektivismus“ genannt, indem einmal das Individuum im Vordergrund steht und bei dem anderen die Gruppe und die Gemeinsamkeiten. Wir haben auch darüber gesprochen, welche Länder eher individualistisch und welche kollektivistisch geprägt sind. Danach hat das MaZ-Team mit uns Videos und Sprachnachrichten aus den verschiedenen Gastländern geteilt. In den Videobotschaften erklärten sie uns, wie sie den Begriff „Gemeinschaft“ und „Leben in Gemeinschaft“ verstehen. Jede von uns hat sich sehr über die verschiedenen Botschaften gefreut und für einige war es auch sehr emotional.

Da wir so begeistert von der Idee waren, haben wir uns selbst dazu entschlossen, eine Videobotschaft zu drehen, in der wir uns bedankt haben. Dann kamen wir auch schon zum Ende und hatten nochmal einen Abschlussimpuls mit Liedern und einer Gedankenreflexion. Zum Schluss wurden uns dann noch die Ergebnisse von der Rallye am Samstag mitgeteilt und wir bekamen alle eine kleine Siegerinnenprämie. Ehe wir uns versahen, war das zweite Seminar auch schon wieder vorbei und wir sind jetzt schon voller Vorfreude auf die folgenden Seminare.

Katharina Kaiser, MaZ’lerin in Vorbereitung  

MaZ 2021 starten mit Online-Seminar – 08. - 10.01.2021


MaZ Seminar 1-2021

Nun sind auch wir vergangenes Wochenende zwar digital, aber voller Vorfreude in die Vorbereitungen für unseren MaZ Einsatz gestartet. Zum Einstieg haben wir am Freitag mit einem Impuls begonnen, der eine themenbezogene Geschichte und Lieder beinhaltet hat und bei dem wir alle jeweils eine Kerze angezündet haben. Dies war als Einführung super angenehm, da wir so noch etwas Zeit hatten, uns zu sammeln und auf die gemeinsamen Stunden einzustellen.

Im Fokus standen dabei vorerst das Kennenlernen und die Interaktion der Freiwilligen. Dazu wurden von den MaZ-Teamerinnen Kennlernspiele vorbereitet. So war es uns allen möglich, uns gegenseitig besser einzuschätzen und uns schließlich auch etwas näher zu kommen. Dies ist sehr wichtig, angesichts der vielen Zeit, die wir auch zukünftig noch miteinander verbringen werden. Nachdem das Eis dann erstmal gebrochen war, haben wir uns über unsere Erwartungen und unseren derzeitigen „Zustand“ in der Vorbereitungsphase ausgetauscht. Darüber hinaus wurden noch einige wichtige organisatorische Aspekte geklärt und wir wurden in die Online – Plattformen eingeführt, da unsere Seminare aufgrund der Corona-Pandemie vorerst online ablaufen werden. Zum Schluss wurden noch offene Fragen mit dem MaZ–Team geklärt und dann folgte noch ein Abschlussspiel, sodass wir alle gut gelaunt aus dem ersten Seminartag gehen konnten.

Auch am nächsten Morgen gab es als Einführung einen Impuls, der uns alle wach werden ließ und der uns gut mit Gebet und Liedern in die Thematik einführte. An diesem Vormittag ging es ebenfalls darum, sich näher kennen zu lernen. Dafür hatte das MaZ-Team weitere interaktive Übungen vorbereitet, für die wir nun auch auf die Online–Plattform zurückgreifen konnten, die perfekt für kreative Zusammenarbeit geeignet ist. So wurde eine gute Grundlage geschaffen, da wir uns nun alle etwas besser kennen, wodurch die Zusammenarbeit erleichtert wurde.

Nachdem wir alle in der Mittagspause Energie getankt hatten, haben wir uns damit beschäftigt, was es eigentlich heißt ein*e Missionar*in auf Zeit zu sein. Dafür haben wir uns in Gruppenarbeit intensiv mit der Bedeutung und den Zielen der MaZ auseinandergesetzt und diese dann zusammengetragen und verglichen. Somit haben wir einen Einblick bekommen was uns in dem MaZ–Jahr erwartet. Als letzten Themenkomplex galt es, sich schließlich mit unserer Motivation und Angst zu beschäftigen. Wobei wir erst in Einzelarbeit zu vorgegebenen Fragestellungen eigene Ideen gesammelt haben und diese anschließend zusammengetragen und besprochen haben. Zusammen konnten wir letztendlich Motivations-Tricks und Lösungsansätze zum Umgang mit Angst entwickeln, die uns in unserem MaZ- Einsatz sicherlich noch zu Gute kommen werden.

Der letzte Tag unseres Seminars begann erneut mit einem Impuls, der uns zur Selbstreflexion angeregt hat, indem uns sowohl die schönen als auch die etwas negativeren Seiten unseres Freiwilligendienstes näher gebracht wurden, über die wir uns anschließend intensiv ausgetauscht haben. Weiterführend standen erneut Motivationen und Ängste im Fokus, nun aber konkret auf unseren Freiwilligendienst bezogen. Zusätzlich haben wir Erwartungen an die Vorbereitungszeit gesammelt. Durch den Austausch konnten wir erkennen, dass wir mit vielen Sorgen und Ängsten nicht alleine sind, sondern diese auch von den anderen geteilt werden. Zu guter Letzt haben wir in Gruppen einen beispielhaften Verlauf eines MaZ – Jahres mit all seinen Höhen und Tiefen grafisch erarbeitet und anschließend verglichen. Zum Abschluss gab es dann eine offene Fragerunde für uns, die von einem Abschlussimpuls gefolgt wurde. Zwischendurch hatten wir immer mal wieder etwas Zeit zur Verfügung, in der wir in unserer „Kladde“, einem Heft, in dem wir Erarbeitetes mitschreiben können, Ergebnisse ergänzen konnten. Die Kladde dient uns dann während unseres Auslandsaufenthalts als Unterstützung, auf die wir jederzeit zurückgreifen können.

Rückblickend war unser erstes Seminar sehr gelungen und hat uns allen sehr viel Freude bereitet. Zwar haben wir alle sehr viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht, jedoch verflog diese durch den gut strukturierten und vielseitigen Ablauf total schnell. Wir blicken also voller Optimismus auf die weitere Vorbereitungszeit!

Vanessa Niermann, MaZ`lerin in Vorbereitung



MaZ-Freundeskreis-Brief 2020

Darin heißt es: "Auch das MaZ-Programm wurde von der Coronavirus-Pandemie nicht verschont. Welche Auswirkungen die Pandemie genau auf die Freiwilligen, die Projekte und das Programm an sich hatte und immer noch hat, das erfahren Sie in diesem Brief. Aber keine Angst. Zum einen haben wir auch einige andere interessante Neuigkeiten zusammengestellt und zum anderen sind manchmal schöne neue Ideen und Situationen gerade durch die Covid-19-Pandemie entstanden. So haben auch Teile der Erde zurzeit die Möglichkeit sich zu erholen, wie die kristallklaren Kanäle in Venedig oder die steigende Anzahl der Galapagospinguine zeigen. Und auch für uns bietet eine Zwangspause zu Hause vielleicht die Möglichkeit durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen."

Download MaZ-Freundeskreis-Brief 2020


Endlich wieder Seminar! – MaZ-Rückkehrer-Seminar 07.-12.09.2020


Rückkehrer 2019

Nachdem wir Freiwilligen aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie unseren Freiwilligendienst bereits im März abbrechen mussten, kamen wir fünf Monate zu früh zurück nach Deutschland. Hier erwarteten uns dann Kontakt-und Versammlungsverbote, sodass an ein vorgezogenes Rückkehrer- Seminar mit Präsenz nicht zu denken war…

Schnell war zwar ein Online-Auffangseminar für uns auf die Beine gestellt worden, doch uns alle jetzt wieder live zu sehen, war doch tausendmal besser als nur auf Zoom. Da die Corona-Pandemie aber längst noch nicht vorüber ist, gestaltete sich dieses Seminar doch etwas neu und anders, als wir es sonst aus Salzkotten gewohnt waren.

Statt Tischdienst, gab es nun Hygiene-Dienste, die für das Desinfizieren der Räume und Gegenstände und das regelmäßige Lüften verantwortlich waren. Natürlich herrschte auch bei uns Maskenpflicht und die 1,5m-Abstandsregel in geschlossenen Räumen, aber dank des guten Wetters konnten wir auch viele Aktionen maskenfrei nach draußen verlegen. Trotz der in Salzkotten sonst ungewohnten Regeln, wurde das Seminar für uns alle richtig toll. Obwohl wir ja nun nicht ein Jahr, sondern „nur“ sieben Monate in unseren Einsatzländern Indonesien, Osttimor, Indien, Rumänien und Malawi gewesen waren, hatten wir auch in den fünf Monaten hier in Deutschland ganz neue und unterschiedliche Erfahrungen gemacht und viel erlebt, von dem wir uns gegenseitig berichten konnten.

Außer durch die Corona-Hygiene-Vorschriften unterschied sich dieses Seminar aber auch noch in einem anderen Punkt von den bisherigen Vorbereitungsseminaren. Diesmal war nicht alles schon im Vorhinein geplant, sondern wir durften nun aktiv an der Planung der Themen für die Woche teilnehmen und diese zusammen mit den Teamerinnen im sog. „offenen Team“ vorbereiten. Somit bekamen wir die Möglichkeit vor allem die Themen intensiv zu behandeln, die für die Mehrheit wichtig waren und auch zu schauen, wie wir an die Einheiten herangehen wollten.

So beschäftigten wir uns in dieser Woche mit der Reflexion unseres Einsatzes im vergangenen Jahr, mit den Themen Entwicklungszusammenarbeit, Rassismus und Freundschaft und dem „richtigen“ Berichten über den Einsatz. aber auch mit den Fragen „Wie kann ich Erinnerungen an meinen Einsatz wachhalten?“ und „Wie kann ich mich jetzt nach meinem Einsatz weiter engagieren?“.

Natürlich blieb auch ganz viel Zeit für gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und schönen Momenten aus dem Einsatz mit den anderen Freiwilligen und das abendliche Werwolfspiel-Ritual. Höhepunkt des Seminars war der gemeinsame Kulturabend, bei dem wir gemeinsam Essen aus Malawi, Indien, Indonesien und Osttimor kochten, beziehungsweise hauptsächlich frittierten, da das in all unseren Einsatzländern eine sehr beliebte Methode ist, Essen zuzubereiten.

Rückkehrer 2019 2

Außerdem konnten wir alle unsere landestypische Kleidung tragen und schauten uns gemeinsam Bilder aus den verschiedenen Projekten an, erzählten uns gegenseitig die lustigsten Geschichten aus dem Einsatz und genossen unseren letzten Abend in unserer Gemeinschaft.

Viel zu schnell war es dann auch wieder Samstag und wir mussten uns für unbestimmte Zeit verabschieden, denn jetzt ist diese wunderbare MaZ-Zeit in diesem Rahmen erstmal für uns vorbei… Aber die meisten von uns werden Salzkotten und MaZ wahrscheinlich nicht so schnell ganz hinter sich lassen und spätestens beim nächsten Sommerfest wieder hier sein.

Danke für die wunderbare Zeit!

MaZ-Rückkehrerin Annabelle Durani

Dieses Jahr ist alles anders


MaZ Seminar August 2020

Nachdem sich die Lage rund um Corona etwas beruhigt hatte, durften wir uns endlich wieder zu einem Präsenzseminar in Salzkotten einfinden. Da wir im Onlineseminar die Info erhalten hatten, dass eine Ausreise in unsere Projekte nicht möglich sein wird, war unsere Gruppe deutlich geschrumpft. So sind wir aktuell nur noch fünf Freiwillige, von denen, aufgrund eines Krankheitsfalles, nur vier vor Ort sein konnten. Als Folge hätten wir locker eine eins zu eins Betreuung durchsetzen können, da unsere Gruppe aus vier Freiwilligen und vier Teamerinnen bestand.

Aber nicht nur die Gruppenzusammensetzung, sondern auch das Miteinander im Seminar hatte sich stark verändert, da es an die bestehenden Corona-Verordnungen angepasst wurde. Sobald der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte, trugen wir unsere Mund- und Nasenmasken. Hinzu kamen Desinfektions- und Lüftungsdienste, die wir zu Beginn unter uns verteilten.

Der guten Stimmung jedoch tat dies keinen Abbruch und es entstand bald eine vertraute und familiäre Atmosphäre, wie wir sie bereits aus dem Januarseminar in Erinnerung hatten.
Auch dieses Mal war das Seminar vollgepackt mit spannenden und ernsthaften Themen. So beschäftigten wir uns am Dienstag mit dem Leben in einer Gemeinschaft. Dieses Thema hatte für uns alle daher große Bedeutung, weil wir das nächste Jahr zu dritt, bzw. zu zweit zusammen leben werden, wenn wir in Salzkotten und Rumänien unseren neuen, alternativen Tätigkeiten als Freiwillige nachgehen werden. Für die Lösung von Konflikten, die vielleicht auch in unseren Gruppen auftreten werden, aber natürlich auch im Allgemeinen, lernten wir die Grundsätze der gewaltfreien Kommunikation und versuchten uns direkt in einem Fallbeispiel daran, diese umzusetzen.

Den gesamten Mittwochvormittag hatten wir Zeit, kreativ zu werden und unsere persönliche Geschichte als Biographiearbeit aufs Blatt zu bringen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen setzten wir uns dann zusammen und besprachen unsere Werke. Durch die intime Runde und freundliche Stimmung fiel es keinem von uns schwer, sich zu öffnen und wir hatten genug Zeit, uns gegenseitig noch etwas besser kennen zu lernen. Immerhin trafen wir uns in dieser Woche erst zum zweiten Mal. Zwar hatten wir uns durch diverse Onlinetreffen immer wieder gesehen, doch fällt bei solchen das persönliche Gespräch doch eher schwer.

Der intensivste und thematisch am meisten herausfordernde Tag war der Donnerstag dar. Da ging es um Gewalt und sexualisierte Gewalt. Zu Beginn klärten wir, welche Formen von Gewalt es gibt, und auf welcher Ebene diese stattfinden können. Beim Betrachten von Fallbeispielen stellten wir fest, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann und, dass es sehr wichtig ist, auf potentiell gewalttätige Situationen sensibel zu reagieren und das eigene Handeln zu hinterfragen. Nachmittags stand dann sexualisierte Gewalt im Fokus. Auch hier hatten wir zwei Beispiele, an denen wir uns überlegen sollten, wie wir handeln können, sollten wir in unseren Einsätzen eine solche Situation beobachten.

Mit dem Freitag war bereits der letzte Tag des Seminars gekommen. An diesem lernten wir, wie man Berichte verfasst und dabei kritisch mit der eigenen Intention hinter Erzählungen umgeht und auf Formulierungen und Sprache achten kann.
Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen hieß es aufräumen und Koffer packen. Jedoch nicht für alle. Für uns Freiwillige, die wir Einsätze in Salzkotten und Umgebung haben, bestand die Möglichkeit, direkt vor Ort zu bleiben, da unsere Einsätze in der nächsten Woche starten sollten. Für die Rumänien-MaZ heißt es, noch ein wenig zu warten, bis auch sie endlich in ihre Stellen starten können.
Auch dieses Mal war das Seminar eine bereichernde und wunderschöne Zeit.

MaZ`lerinnen Hanna, Vivian, Maren & Judith

Digitales Pfingstseminar vom 24.06.2020 bis zum 28.06.2020

MaZ Online-Seminar

Als wir im März zu unseren jeweiligen Länderseminaren in Salzkotten eintrafen, hätte keiner von uns gedacht, dass wir uns alle erst einige Monate später und dann auch nur über Bildschirme wiedersehen würden. Am Mittwoch, dem 24.06.2020 versammelten wir uns alle vor unseren Laptops, um uns in Form eines Online-Seminars sowohl mit Themen von ‚Franziskanischer Spiritualität‘ bis hin zu ‚Entwicklungszusammenarbeit‘ zu beschäftigen. Zudem hatten wir viele Fragen, wie es mit unserem MaZ-Jahr weitergehen würde und waren gespannt, wie sich ein fünftägiges Seminar digital gestalten würde. Passend zu unserer jeweiligen Stimmung haben wir uns zunächst einen Gegenstand ausgesucht, der diese widerspiegelt und sind so in unseren ersten Impuls gestartet. Dazu entzündeten wir jeder eine Kerze, die uns zusammen mit einer „Let Diversity speaks“ Weltkarte erreicht hatte und schufen dadurch eine sehr schöne Seminaratmosphäre.

Im Anschluss daran mussten wir uns leider von zwei MaZ verabschieden, die sich aufgrund der ungewissen Situation, wie es mit unserem MaZ-Jahr zur Zeiten der Corona-Pandemie weitergeht, für einen anderen Weg entschieden haben. Nach dieser Nachricht war die Stimmung erstmal sehr bedrückt, da wir bereits im Januarseminar als Gruppe eng zusammengewachsen waren. Leider folgte danach für uns eine weitere schlechte Nachricht: Aufgrund der ungewissen Situation auch in den Einsatzländern würde unser MaZ-Jahr dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können. Auch wenn viele von uns mit dieser Nachricht gerechnet hatten, waren wir alle darüber sehr traurig. So hatten wir nun schon 6 Monate auf unseren Einsatz hin gefiebert und wussten nun auf einmal nicht mehr, wie es für uns das kommende Jahr weitergehen würde. Wir bekamen die Möglichkeit, uns in kleinen Gruppen auszutauschen und im Anschluss an diese Gesprächsrunden ging es uns auch schon um einiges besser. Am Ende des Tages machten wir ein Online-Stimmungsbild. Dazu haben wir unsere Namen auf einem Foto mit einer Berglandschaft und einem See platziert. Wir wussten, dass wir nun, da unser Einsatz zunächst nicht wie geplant stattfinden würde, einen Weg zu gehen haben, um herauszufinden, wie es nun für uns weitergeht und ein Ziel dieses Seminars sollte es sein, dem ein Stückchen näher zu kommen.

Als wir uns Donnerstagmorgen um kurz vor neun zum Morgenimpuls trafen, war unsere Stimmung schon deutlich besser und wir waren uns einig nun, das Beste aus der Situation machen zu wollen und so starteten wir in den Tag, an dem es um das Missionsverständnis und den Bezug zu MaZ und unserem eigenen Leben gehen sollte. Dazu setzten wir uns zunächst in Form eines Schreibgespräches mit den Begriffen Mission, Missionar*in und missionieren auseinander. In dem Schreibgespräch kam u.a. die Frage auf, inwieweit missionieren heute noch gegenwärtig ist. Zudem hielten wir fest, dass viele Menschen bei diesen Begriffen vor allem negative Assoziationen haben. Mit diesen beiden Aspekten wollten wir uns im Laufe des Tages weiter auseinandersetzen. So vertieften wir uns in die Missionsgeschichte, angefangen mit der Sendung der zwölf Apostel ca. 30 n. Chr. bis hin zur heutigen Zeit und unserer Mission als MaZ. Dazu beschäftigten wir uns in Partnerarbeit mit jeweils einem Kapitel der Missionsgeschichte und trugen dies anschließend im Plenum zusammen. Dabei wurde deutlich, dass u.a. die Zeit der Kreuzzüge und die Kolonialzeit dunkle Seiten der Missionsgeschichte waren, in der sich die Europäer*innen als überlegen ansahen und ihre Macht mit Hilfe von Gewalt auszuweiten versuchten. Allerdings kamen wir zu dem Schluss, dass sich unser Missionsverständnis bis heute deutlich verändert hat. Am Ende dieses zweiten Seminartages hatten wir so das Gefühl, die negativen Assoziationen in Bezug auf die Missionsgeschichte besser einordnen zu können und genug Hintergrundwissen zu haben, wenn wir nach unserer Tätigkeit als Missionar*in gefragt werden.

Online seminar
Im Gespräch mit den Schwestern über den Laptop.

Am Freitag beschäftigten wir uns mit der franziskanischen Spiritualität. Schwester Alexa hatte dazu für uns eine sehr spannende Einheit gestaltet und uns mithilfe von kleinen Videos einen Einblick in das Leben des Heiligen Franziskus von Assisi gegeben. Dabei haben hangelten wir uns an den wichtigsten Schlüsselbegriffen in dem Leben des heiligen Franziskus entlang. So haben wir überlegt, was ‚gehorsam sein‘, ‚arm sein‘, ‚gewaltlos sein‘  und ‚Bruder und Schwester sein‘ überhaupt bedeutet. Das Auseinandersetzen mit diesen Begriffen hat uns gezeigt, wie viel in einem Begriff steckt. In der Vormittagseinheit hatten wir zudem eine Kladdenzeit und wir konnten für uns selbst überlegen, welche Rolle Gott in unserem Leben spielt und in welchen Situationen er uns begleitet. Nach der Mittagspause fand der digitale Schwesternnachmittag statt, auf den wir uns schon sehr gefreut haben. In kleinen Gruppen durften wir den Schwestern Fragen stellen. So haben wir u.a. Antworten darauf bekommen, was das Schönste am Leben im Kloster ist und was die Beweggründe für sie waren, in ein Kloster zu gehen. Am Anfang waren wir etwas zurückhaltend, aber die Schwestern waren sehr offen und so fand schon bald ein reger Austausch statt, in dem wir auch über unser eigenes Leben berichtet haben.  Auch wenn wir uns gewünscht hätten uns in Salzkotten treffen zu können, hat der Nachmittag uns allen viel Spaß bereitet.

Am nächsten Tag folgte ein ganz besonderer Seminartag. So hatten wir uns auf einen Mottotag geeinigt und dafür das Motto „Beach“ festgelegt. So versammelten wir uns alle mit Sonnenbrille und Cocktailglas vor unseren Bildschirmen. In dem morgendlichen Impuls wurde uns eine Geschichte von einem Taxifahrer vorgelesen, der eine schwer kranke Frau ins Hospiz fährt und sie auf ihren Wunsch hin die ganze Nacht in der Stadt herumfährt, um mit ihr noch einmal die Stationen ihres Lebens anzugucken. Die Geschichte hat uns alle sehr berührt und uns in das Thema dieses Tages eingeführt. So haben wir uns mit dem Thema „Helfen“ auseinandergesetzt. In einer Kladdezeit haben wir für uns überlegt, in welchen Situationen wir schon einmal geholfen haben und uns darüber in Gruppen ausgetauscht. Dabei sind wir auch zu dem Schluss gekommen, dass wir aus verschiedenen Beweggründen heraus helfen. Im Anschluss daran haben wir einen Input zu den Begriffen ‚Egoismus‘ und ‚Altruismus‘ bekommen. Zudem haben wir uns ein Video zu einem Experiment angeschaut, bei dem herausgekommen ist, dass die Hilfsbereitschaft von Menschen auch von dem Hilfeempfänger abhängt. So wurde einer gut gekleideten Frau sehr schnell geholfen, als diese stürzte, während einer obdachlosen Frau in der gleichen Situation nicht geholfen wurde. In einer weiteren Gruppenarbeit haben wir uns damit beschäftigt, was wir mit Helfern verbinden und welche Reaktionen wir von Hilfeempfängern erwarten und welche uns irritieren würden. Dabei haben wir festgestellt, dass die zu erwartenden Reaktionen sehr situationsabhängig sind und auch von dem Helfenden und seinen persönlichen Erfahrungen abhängig sein kann. Aus der Einheit haben wir vor allem mitgenommen, dass der Begriff „Helfen“ sehr vielschichtig ist, dass Helfen meistens eine Mischung aus Altruismus und Egoismus ist und dass wir uns beim Helfen manchmal von unseren Vorurteilen distanzieren müssen. Den Nachmittag ließen wir mit einem Spiel ausklingen.

Unseren letzten Seminartag starteten wir mit einem gemeinsamen digitalen Frühstück. Mit der Einheit knüpften wir an die Einheit von Samstag an. So setzten wir uns mit dem Begriff des Helfens in Bezug auf Entwicklungszusammenarbeit und Rassismus auseinander. Den Impuls starteten wir damit, dass wir jeder ein Privileg vorlasen, das wir als weiße Menschen in Deutschland haben. Nach einem Input zu den Themen Rassismus und globalem Lernen haben wir uns in einer Gruppenarbeit mit verschieden Formen von Rassismus beschäftigt: Mit Rassismus als Ideologie, als politisch institutionelle Herrschaftsstruktur und als Feindbildkonstruktion und alltägliche Diskriminierung. Zu letzterem haben wir weiter Bezug genommen, indem wir uns mit Alltagsrassismus in Form von Werbung beschäftigt haben. Es war sehr erschreckend zu sehen, wie offen Rassismus heute noch in Werbung verwendet wird.  Zudem haben wir uns in dieser Einheit mit dem White Savior Complex beschäftigt und uns in diesem Zusammenhang überlegt, welche Nachteile ein Freiwilligendienst mit sich bringen kann.

Mit dem Abschluss dieser Einheit endete unser Online-Seminar. Zum Abschluss gab es ein Stimmungsbild, indem wir uns erneut mit unserem Namen in der Berglandschaft platzierten. Es wurde deutlich, dass uns die gemeinsamen Tage geholfen haben, mit der Enttäuschung darüber, dass unser MaZ-Jahr zunächst nicht stattfinden kann, umzugehen. Während des Seminars wurden uns einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie es nun für uns weitergehen kann und darüber werden wir uns in den nächsten Wochen weiter Gedanken machen. Am Ende dieses Seminars waren wir uns sicher, dass jede*r ihren*seinen Weg gehen wird und wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir dabei bekommen. Die Seminartage haben uns zudem gezeigt, dass zusammen beten, singen, sich mit wichtigen Themen beschäftigen und vor allem zusammen Spaß haben auch digital, v.a. dank der Mühe des gesamten MaZ-Teams, möglich ist. Trotzdem hoffen wir natürlich, dass die weiteren Seminare wieder als Präsenzseminare stattfinden und wir uns so alle wiedersehen können.

Malawi-Kulturwochenende

Malawi Kneip

Am Tretbecken schauten alle erst einmal skeptisch auf das kalte Wasser, aber dann wagten wir doch gemeinsam den Schritt ins kühle Nass und drehten unsere Runden.

Noch vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie trafen sich die MaZ in Vorbereitung Anfang März zum Malawi-Kulturwochenende in Salzkotten.

„Muli bwanji?“ - Das war für uns das Stichwort, mit dem wir in ein sehr spannendes und harmonisches Wochenende gestartet sind. Nachdem wir uns alle erst einmal bei einem gemeinsamen Abendbrot gestärkt hatten, wurde der Freitagabend natürlich noch genutzt, um die ersten Dinge rund um die Geschichte Malawis zu erfahren und um mit den für uns allerersten Sprachkenntnissen konfrontiert zu werden. Tatsächlich konnten wir schon bereits nach diesem Abend eine Antwort auf die Frage vom Anfang geben, die sich für uns alle erst einmal ziemlich fremd und unbekannt anhörte. „Muli bwanji?“ heißt nämlich - wie wir lernen durften – so viel wie „Wie geht es dir?“. Mit lauter neuen Informationen und Anregungen fielen wir dann aber doch am späten Abend sehr müde in unsere Betten und der ein oder andere träumte vielleicht schon davon, wie er später in Malawi sein erstes Gespräch führen wird.

Am Samstag starten wir gemeinsam mit sehr viel neuer Energie und vielen Fragen in einen sehr ereignisreichen Tag. Nach einem sehr schönen Morgenimpuls vertieften wir unsere Sprachkenntnisse und lernten, zusätzlich zu dem Grundbaukasten der Grammatik, auch einen längeren Smalltalk zu führen und uns auf einem Markt zurechtzufinden. Damit wir in Malawi später natürlich nicht verhungern und auf die wichtigsten Situationen vorbereitet sind. Nachdem uns dann das richtige Tragen der Chitenje gezeigt wurde und wir alle für den Anfang noch recht unbeholfen mit diesen langen buntbedruckten Tüchern durch die Gegend stolperten, ergab sich, als wir es uns alle in einem Sitzkreis auf dem Boden gemütlich gemacht hatten, eine sehr offene und lebendige Gesprächsrunde.

Malawi Seminar 2
Noch vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie trafen sich die MaZ in Vorbereitung Anfang März zum Malawi-Kulturwochenende in Salzkotten.

Alle Fragen, die sich so über die Zeit in unseren Köpfen angesammelt hatten, fanden nun Worte und wir durften viel über Verhaltensweisen, „Fettnäpfchen“ und die Menschen in Malawi lernen. Ich glaube, wir alle waren sehr froh darüber, dass wir einfach mal die Gelegenheit hatten, all das nachzufragen, was uns so auf der Seele brannte. Am Nachmittag zogen wir dann zusammen zu einem Spaziergang durch Salzkotten los und machten am Tretbecken halt. Alle schauten erst einmal skeptisch auf das kalte Wasser, aber dann wagten wir doch gemeinsam den Schritt ins kühle Nass und drehten unsere Runden durchs Tretbecken. Und genauso ist es auch mit dem Erlernen einer neuen Sprache und dem Einfinden in eine neue Kultur. Zuerst wirkt alles erst einmal unangenehm und unüberwindbar, aber wenn man die richtigen Menschen an seiner Seite hat und den ersten Schritt wagt, wird man merken, dass es vielleicht manchmal unangenehm werden kann, aber das nichts unüberwindbar ist. Ich denke, genau das ist auch der Punkt, den wir alle auf jeden Fall aus diesem Seminar mitgenommen haben.

Unser gemeinsamer Spaziergang endete schließlich am Supermarkt, wo wir alle wichtigen Lebensmittel einkauften, die wir benötigten, um am Abend ein typisches Gericht aus Malawi zu kochen. Nach dem Motto „Viele Hände, schnelles Ende“ bereiteten wir schließlich auch gemeinsam bei afrikanischer Musik das etwas außergewöhnliche Essen zu. Maisbrei mit Tomaten, Bohnen und frittierten Soja Shrimps stand als Endprodukt vor uns auf dem Tisch. Und wir alle schauten uns auch sehr verwundert an, dass - wie in Malawi normalerweise üblich - kein Besteck neben unseren Tellern lag. Das ist nämlich auch so eine Sache, die es in der malawischen Kultur selten gibt. Also aßen wir mit den Händen und ließen es uns auf diese andere Art und Weise schmecken. Nach dem Essen gab es noch einen abschließenden Abendimpuls, mit welchem der Tag aber ausnahmsweise noch nicht enden sollte. Wir saßen noch lange zusammen, spielten Werwolf und hatten die Gelegenheit, uns noch viel näher kennenzulernen.

Am Sonntag hieß es dann aber Abschied nehmen, nachdem wir noch etwas zur Kirche in Malawi gelernt hatten und unsere ersten Sprachkenntnisse in Form eines Briefes an uns selber verschriftlicht hatten. Wir alle hätten gerne noch mehr zusammen gelernt und noch mehr gemeinsame Zeit verbracht, aber nach dem Mittagessen traten wir dann - mit dem Gedanken uns hoffentlich bald wiederzusehen - dem Heimweg an.

Zum Schluss noch einmal vielen Dank an Pia und Pia, die dieses tolle Programm gestaltet haben und mit uns zusammen für ein Wochenende in die Kultur Malawis eingetaucht sind. „Zikomo!“ heißt Danke.

Carla Wiesmann, MaZ in Vorbereitung

 

Osttimor-Kulturwochenende


Osttimor WE 2020


Ende Februar haben wir uns wieder im Antoniushaus eingefunden. Dieses Wochenende haben wir mit Vorfreude erwartet: endlich mehr über diese uns noch unbekannte Kultur, von einem kaum bekannten Land, zu lernen. Beim gemeinsamen Abendbrot am Freitag konnten wir die zwei sehr sympathischen, ehemaligen MaZ`lerinnen kennenlernen und schon einige Fragen loswerden. Am Abend haben wir dann erst einmal die Fragen, Wünsche und Ziele festgehalten, die wir bei diesem Seminar thematisieren wollten. Als eine Art Einstimmung auf das, was kommt, haben uns die beiden ehemaligen Missionarinnen auf Zeit einige Eindrücke und Aufnahmen von ihrem Auslandsjahr gezeigt. Wir haben alle viel gelacht. Aber wer dachte, dass der erste Abend damit schon zu Ende ging, der irrte. Es ging ans Zahlen lernen, auf Tetum und auf Indonesisch.


Osttimor WE 2020

Am Samstag stand dann die Sprache im Fokus. Für uns beide war Tetum absolutes Neuland, aber nach ein paar Liedern und dem Erlernen der Sprachbasics, haben wir am Ende des Wochenendes auch schon einen kleinen Brief an unsere jeweilige Einsatzstelle geschrieben. Die ehemaligen MaZ`lerinnen haben uns besonders bei der Aussprache geholfen, die man so gut wie nirgendwo selbst lernen kann, da selbst das Internet dazu schweigt. Die Tetum-Kinderlieder waren amüsant, eines war z.B. ein Lied, dass nur aus Fruchtnamen bestand und zur Bruder-Jakob-Melodie gesungen wurde.


Osttimor WE 2020


Unser Abendbrot haben wir an diesem Tag selbst zubereitet und zwar ganz nach timoresischer Kultur. Und da wir ja nicht eh schon übermäßig viel zu essen bekommen haben, fiel auch dieses Abendbrot sehr üppig aus. Der Großteil der Sachen wurde frittiert und mit einer Reis-Gemüse-Basis serviert. Gegessen wurde ohne Besteck sitzend auf dem Boden, den wir mit den farbenfrohen timoresischen Stoffen (Tais) ausgelegt hatten.

Dieser sehr lustige Abend klang mit kulturellen Tänzen aus. Am Sonntag haben wir die übrigen Fragen geklärt und noch weiter Tetum gelernt, bis es dann wieder Zeit war, Abschied zu nehmen. Und obwohl wir leider nicht alle zum Seminar erscheinen konnten, war es doch unfassbar lustig und aufschlussreich. Einen herzlichen Dank an Hanna, Benita und Kathrin für dieses gelungene Wochenende.

Henrik Prahl, MaZ`ler in Vorbereitung