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Mutter M. Clara Pfänder

Mutter Clara
Ordensgründerin Mutter M. Clara Pfänder


Der Lebensweg der Gründerin der Franziskanerinnen Salzkotten verlief nicht gradlinig. Die Gründung des Ordens fiel in eine bewegte Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat. In einem 2018 erschienenen Buch zeichnet Schwester M. Carola Thomann den Lebensweg von Mutter M. Clara Pfänder nach.

Am Anfang der Arbeit von Schwester M. Carola Thomann stand das Bemühen um die Wiederherstellung des guten Rufes von Mutter M. Clara Pfänder. Denn lange Zeit hielt sich das Gerücht, die Gründerin sei im Unfrieden mit der Kirche gestorben, ja sogar exkommuniziert gewesen. Maßgeblich Aufgrund der Recherchen und Veröffentlichungen von Schwester M. Carola erfolgte am 18. Februar 2018 im Hohen Dom zu Paderborn die Rehabilitierung der Ordensgründerin. In einem Briefwechsel zwischen Schwester M. Carola und dem emeritierten Papst Benedikt XVI. zeigt dieser sich erfreut über die Wiederherstellung des guten Rufes von Mutter M. Clara Pfänder. Benedikt XVI. beglückwünscht den Orden der Franziskanerinnen Salzkotten, der nun mit neuer Kraft wirken könne. Lange hatten die gegenüber der Gründerin erhobenen Vorwürfe die Schwestern belastet. „Bis in die 1990er Jahre gab es diese Vorwürfe und unsere Schwestern haben sehr darunter gelitten“, erläutert Provinzoberin Schwester M. Angela Benoit. Während einer Bischofsmesse im Hohen Dom stellte Erzbischof Hans-Josef Becker im Februar 2018 klar, dass der Ordensgründerin in der Zeit des Kulturkampfes in Preußen großes Unrecht widerfahren sei. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe entsprächen nachweislich nicht den Tatsachen.

Der Erzbischof segnete am 1. Fastensonntag 2018 eine Skulptur und eine Erinnerungstafel für die Ordensgründerin im Paderborner Dom. Die von dem Künstler Karl-Heinz Oswald gefertige Bronzeplatik hängt in einer weiteren Ausführung auch an der Pforte des Mutterhauses in Salzkotten.

Buchvorstellung 2018
Buchvorstellung (v.l.) Schwester M. Magdalena, Schwester M. Carola, Schwester M. Angela und Prof. Dr. Rüdiger Althaus.

Der im Kulturkampf vom preußischen Staat abgesetzte und inhaftierte Bischof Konrad Martin gab Mutter M. Clara für den „Notfall“ die Vollmacht, Schwestern einzukleiden und Gelübde entgegenzunehmen, verpflichtete sie aber zu absolutem Stillschweigen gegenüber jedermann. Als die Gründerin davon Gebrauch machte, geriet sie zunehmend in Konflikt mit der bischöflichen Behörde in Paderborn, die ihr die Anmaßung bischöflicher Rechte vorhielt. Im Juni 1880 wurde Mutter M. Clara zur Abdankung gezwungen. Sie begab sich nach Rom, um ihre Situation beim Papst zu klären – leider erfolglos. In der Sorge um den Fortbestand ihres Werkes starb sie einsam und verarmt am 5. Oktober 1882 in Rom. Ihr Armengrab auf dem Campo Verano wurde bald eingeebnet.

Das Original der Geheimvollmacht wurde 1977 in einem Archiv in Rom gefunden. Für die angebliche Exkommunikation sind keinerlei Gründe gefunden worden. Viereinhalb Jahre arbeitete Schwester M. Carola in diversen Archiven an der Aufarbeitung der Ordensgeschichte. Begleitet wurde sie dabei von dem Kirchenrechtler Domkapitular Msgr. Professor Dr. Rüdiger Althaus von der Theologischen Fakultät Paderborn. Zunächst verfasste sie eine 850-seitige Dokumentation, aus der dann das Buch „Die Sonne bleibt oben“ mit 500 Seiten entstand (EOSVerlag, ISBN 978- 3-8306-7880-9).

Buch Cover

Das Buch ist nicht nur eine Richtigstellung der historischen Ereignisse. Es ist zugleich eine umfangreiche Biographie von Mutter M. Clara im Kontext der Entwicklung der Kongregation. Dabei erfährt der Leser / die Leserin viel über die vielfältigen Herausforderungen des 19. Jahrhunderts, über die religiösen Aufbrüche dieser Zeit und die Übernahme von Verantwortung katholischer Christen für die Gesellschaft.

Beschrieben wird die Kindheit und Jugend von Anna Theresia Pfänder, wie die Gründerin vor ihrem Eintritt in den Orden der Schwestern der Christlichen Liebe hieß. Das Buch beschreibt ihre Berufung, das kontemplative und caritativ-aktive Leben besser zu integrieren. Durch das immerwährende Gebet wollte sie außerdem der bedrängten Kirche zu Hilfe kommen und sich besonders der Waisenkinder annehmen.

So verließ sie 1859 die Schwestern der Christlichen Liebe und gründete in Olpe mit zwei Gefährtinnen die Kongregation „Schwestern des heiligen Franziskus, Töchter der heiligsten Herzen Jesu und Mariä“. Nach der Verlegung des Mutterhauses von Olpe nach Salzkotten im Jahr 1863, die aus unterschiedlichen Gründen notwendig wurde, blühte die junge Kongregation auf: Viele junge Frauen traten in die Gemeinschaft ein und verschiedene Pfarreien, vor allem aus Westfalen und dem Rheinland, dem Oldenburger Land sowie dem Emsland, baten um Schwestern für die Krankenpflege, die Kinderbewahrschulen (Kindergärten) und die Erziehung in Schulen. Nach und nach wurden Schwestern auch nach Lothringen, Holland und in die USA entsandt. Dabei kamen Anfragen aus diesen Ländern der Not Mutter M. Claras während des Kulturkampfes sehr entgegen, da eine Betätigung der Schwestern im erzieherischen Bereich in der Heimat durch den Staat verboten wurde.

Skulptur Mutter Clara
Eine Bronzeplastik von Mutter M. Clara wurde von dem Künstler Künstler Karl-Heinz Oswald gefertigt.

Flyer mit weiteren Informationen als PDF


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