Die Salzkottener Franziskanerinnen blickten am 6. Dezember anlässlich des 190. Geburtstages ihrer Gründerin Mutter Clara Pfänder nach vorn: Durch zwei Ereignisse werden die in Salzkotten beheimateten Ordensfrauen im kommenden Jahr ihre Ordensgründerin würdigen. Durch ein neues Buch und durch die Segnung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel im Paderborner Dom wird der gute Ruf von Mutter Clara Pfänder gestärkt. Mehr...

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Würdigung für Mutter Clara Pfänder


Domkapitular Professor Dr. Rüdiger Althaus, Autorin Sr. M. Carola Thomann FCJM und Provinzoberin Sr. M. Angela Benoit FCJM (v.l.n.r.) freuen sich auf das im kommenden Jahr erscheinende Buch über die Gründerin der Kongregation der Salzkottener Franziskanerinnen, Mutter Clara Pfänder und auf die Skulptur und Erinnerungstafel in der Engelkapelle des Paderborner Doms.

Paderborn (pdp). Die Salzkottener Franziskanerinnen blicken am heutigen 6. Dezember anlässlich des 190. Geburtstages ihrer Gründerin Mutter Clara Pfänder nach vorn: Durch zwei Ereignisse werden die in Salzkotten beheimateten Ordensfrauen im kommenden Jahr ihre Ordensgründerin würdigen. Durch ein neues Buch und durch die Segnung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel im Paderborner Dom wird der gute Ruf von Mutter Clara Pfänder gestärkt. Lange Zeit wurde über die Gründerin der Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten nur ganz verlegen gesprochen, denn es hielt sich die Behauptung, sie sei im Unfrieden mit der Kirche gestorben.

Am 6. Dezember 1827 wurde Theresia Pfänder im sauerländischen Hallenberg an der Grenze zu Hessen als ältestes von 13 Kindern geboren. Durch ihre katholische Mutter tief religiös geprägt, entwickelte sie nach deren frühen Tod eine enge Beziehung zur Gottesmutter, die auch heute noch in „Unserer Lieben Frau von Merklinghausen“ verehrt wird. Nach ihrer Schulzeit unterstützte Clara Pfänder zunächst ihren Vater, ein evangelischer Christ und von den Preußen eingesetzter Bürgermeister, bei seiner Arbeit. Danach lebte sie über längere Jahre im Pfarrhaus in Züschen, wo Pfarrer Anton Löser ihre Weiterbildung förderte.

1850 trat sie bei den von Pauline von Mallinckrodt gegründeten Schwestern der Christlichen Liebe ein. 1858 legte sie das staatliche Lehrerinnen-Examen ab. Da sie sich berufen fühlte, das kontemplative und caritativ-aktive Leben besser zu integrieren – durch das immerwährende Gebet der Kirche zu Hilfe zu kommen und sich besonders der Waisenkinder anzunehmen –, gründete sie 1859 in Olpe mit zwei weiteren Gefährtinnen, unter ihnen die selige Theresia Bonzel, eine eigene Kongregation, die „Schwestern des heiligen Franziskus, Töchter der heiligsten Herzen Jesu und Mariä“. Dabei wurde „Mutter Clara“ vom damaligen Paderborner Bischof Konrad Martin sehr unterstützt.


Mutter Clara
Mutter M. Clara Pfänder gründete 1859 / 1860 die Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten. Foto / Repro: W. Noltenhans

Nach der Verlegung des Mutterhauses von Olpe nach Salzkotten im Jahr 1863, die aus unterschiedlichen Gründen notwendig wurde, blühte die noch junge Kongregation auf: Viele junge Frauen traten in die Gemeinschaft ein und verschiedene Pfarreien, vor allem aus Westfalen und dem Rheinland, ebenso aus dem Oldenburger Land sowie dem Emsland, baten um Schwestern für die Krankenpflege, die Kinderbewahrschulen (Kindergärten) und die Erziehung in Schulen. Aber schon bald führte der preußische Kulturkampf mit seiner Gesetzgebung dazu, eine Betätigung der Schwestern im erzieherischen Bereich in der Heimat unmöglich zu machen. Folglich wurden nach und nach Schwestern nach Lothringen, Holland und in die USA entsandt, wobei Anfragen aus diesen Ländern der Not Mutter Claras entgegenkamen.

Der vom Staat abgesetzte und inhaftierte Bischof Konrad Martin hatte Mutter Clara im Januar 1875 für den „Notfall“ die Vollmacht gegeben, unter anderem Schwestern einzukleiden und Gelübde entgegenzunehmen, sie gleichzeitig aber zu absolutem Stillschweigen gegenüber jedermann verpflichtet, weil ihm bereits diese „Amtshandlung“ strengstens verboten war. Als die Gründerin der Kongregation davon Gebrauch machte, geriet sie zunehmend in Konflikt mit der bischöflichen Behörde in Paderborn, die ihr unterstellte, mit dem kirchenfeindlichen Staat zu paktieren, und ihr nahelegte, alle Niederlassungen in Preußen zu schließen. Über Mutter Clara, treu gegenüber dem Wort des Bischofs und gegenüber sich selbst, wurde bald nach dem Tod des Bischofs im Jahre 1879 das Gerücht verbreitet, sie sei exkommuniziert. Im Juni 1880 wurde sie zur Abdankung gezwungen. Sie begab sich nach Rom, um ihre Situation beim Heiligen Vater zu klären – leider erfolglos. In der Sorge um den Fortbestand ihres Werkes starb sie einsam und verarmt am 5. Oktober 1882 in Rom. Ihr Armengrab auf dem großen Campo Verano wurde bald eingeebnet.

Die Schwestern der Kongregation, denen nach der Abdankung Mutter Claras ein absolutes Schweigen auferlegt wurde, haben lange schwer an der ungeklärten Situation getragen, nicht zuletzt auch die Schwestern der wachsenden indonesischen Provinz.

Der früheren Generaloberin der Kongregation, Sr. M. Carola Thomann FCJM, war es seit jeher ein Anliegen, die Lebensgeschichte der Gründerin aufzuarbeiten und die Hintergründe der Abdankung zu klären. Über längere Zeit besuchte sie Archive und wertete die betreffenden Dokumente aus. Es konnte geklärt werden, dass die Gründerin der Kongregation von der Bischöflichen Behörde nicht verstanden wurde, ja ihr großes Unrecht getan wurde. Für eine tatsächliche Exkommunikation von Clara Pfänder ergaben sich keinerlei Anhaltspunkte.

Als Ergebnis ihrer Arbeit, zu der sie auch Erzbischof Hans-Josef Becker ermutigt hatte, konnte Sr. M. Carola im letzten Jahr eine 850-seitige Dokumentation vorlegen. Um diese Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird im kommenden Jahr ein Buch erscheinen, in dem das Leben Mutter Claras sowie die Zeitumstände geschildert sind. Darin ist ebenso das geistliche Erbe, das die Gründerin ihren Schwestern hinterlassen hat, dargelegt, woraus sie persönlich die Kraft schöpfte, alles zu lassen und ihre Verteidigung Gott zu überlassen. Beim Forschungsprojekt wurde Sr. Carola wissenschaftlich von Domkapitular Professor Dr. Rüdiger Althaus begleitet.

Um das Lebens- und Glaubenszeugnis von Mutter Clara Pfänder zu würdigen, wird Erzbischof Hans-Josef Becker am 1. Fastensonntag 2018, am 18. Februar 2018 im Kapitelsamt im Hohen Dom um 10 Uhr eine vom Künstler Karl-Heinz Oswald gestaltete Skulptur sowie eine Erinnerungstafel in der Engelkapelle des Paderborner Domes segnen, in unmittelbarer Nähe von Bischof Konrad Martin sowie zwei ihrer Weggefährtinnen, nämlich Mutter Pauline von Mallinckrodt und Mutter Theresia Bonzel.

Die Kongregation, die sich international entwickelt hat, ist heute vertreten in Deutschland, Frankreich, in den USA, den Niederlanden, in Indonesien, Ost-Timor, Brasilien, Rumänien, Malawi/Afrika. Das Generalat der Kongregation befindet sich in Rom. (pdp-n-06.12.2017)


Die Salzkottener Franziskanerinnen blickten am 6. Dezember anlässlich des 190. Geburtstages ihrer Gründerin Mutter Clara Pfänder nach vorn: Durch zwei Ereignisse werden die in Salzkotten beheimateten Ordensfrauen im kommenden Jahr ihre Ordensgründerin würdigen. Durch ein neues Buch und durch die Segnung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel im Paderborner Dom wird der gute Ruf von Mutter Clara Pfänder gestärkt. Mehr...

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