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Am 21. April ist der "Tag der offenen Klöster". Hier gehts`s zum Video und zum Programm.

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sissi brot
Mmm - leckeres Brot, da kann ich nicht widerstehen.

Hallo, liebe Gotteskinder,

wie geht es Euch? Wisst Ihr eigentlich, was es heißt, „ein schlechtes Gewissen zu haben“? Ich hatte neulich eins und das kam so: Irgendwie nagte mir der Hunger und als ich hörte, dass die Schwestern in der Kirche beim „Vater unser“ immer „unser tägliches Brot gib uns heute“ beteten, da zog es mich doch irgendwie in den Brotkeller. Und siehe da: ein schönes, rundes, fein gebackenes, knuspriges und aaahh… warmes und noch nach Backofen herrlich duftendes Brot lag da! Ich vergaß im „Vater unser“ die Zeile „und führe ins nicht in Versuchung“ und knabberte an dem Brot – ohne jedoch das Kreuzzeichen vorher vergessen zu haben – voller Lust durch die Kruste. Mmmh! Herrlich schmeckte das! Ich aß und aß und aß, bis ich vollgestopft und glücklich vom Tisch taumelte und es mir in einer Ecke des Raumes gemütlich machte. Ich musste wohl gerade ein kleines Verdauungsschläfchen gemacht haben, als eine der Küchenfrauen „Oh, große Not!“ rief und die Hände über den Kopf zusammen schlug. Als darauf der Küchenchef mit großen Schritten herbei gelaufen kam, lief ihm die Galle über und es gab ein lautes Geschrei. Die beiden fingen an, lauthals darüber zu streiten, wer an dieser Misere Schuld war, während ich mich klammheimlich unter den Tisch in eine Schämer-Ecke verkroch. Oh, was hatte ich denn da angerichtet, dass die Beiden so in einen Ärger gerieten? Da hatte ich ja wirklich was ausgefressen! Durch meinen großen Hunger waren die Beiden nun auch ziemlich „angefressen“. Rums! Da ging die Türe zu und ich blieb in dem dunklen Backkeller und mit meinem schlechten Gewissen allein zurück. Was nun?


sissi spühle
Kurzerhand huschte ich zwischen die Teller und Tassen, zwischen die Schüsseln und Kannen und war schon in der riesigen Spülmaschine!


Da fielen mir wieder die Schwestern ein, die in der Kirche beteten: „Oh Herr, wasch ab meine Schuld!“ So trippelte ich bis zu einem Schlupfloch, das mich direkt in die Spülküche führte, wo das ganze Geschirr vom Mutterhaus und Altenheim stapelweise durch fleißige Hände und einer flotten Maschine gespült wurde. Prima, dachte ich, das wird mir helfen! Kurzerhand huschte ich zwischen die Teller und Tassen, zwischen die Schüsseln und Kannen und war schon in der riesigen Spülmaschine! Könnt Ihr Euch das vorstellen, Kinder? Das ist wie eine Waschanlage für Mäuse. Ordentlich wird da eingeseift, geduscht und gespült, getrocknet und gefönt! Als ich aber aus der Maschine kam, hingen mein Mäusefell und sogar meine Ohren ganz belämmert nach unten. Und mein kleines Mäuseherz fühlte sich in meinem schlechten Gewissen immer noch so bleischwer an. Und was jetzt, dachte ich?


sissi beichtstuhl
Im Beichtstuhl: Ob der gütige ältere Pater mich als Mäuschen in meiner Not wohl verstehen würde? Einen Versuch war es wert!

Wieder gab der Heilige Geist mir einen guten Gedanken ein: Ich erinnerte mich nun, wie die Schwestern beim Franziskanerpater zu beichten pflegten. „Und vergib uns unsere Schuld“ heißt es im „Vater unser“ weiter. Ob der gütige ältere Pater mich als Mäuschen in meiner Not wohl verstehen würde? Einen Versuch war es wert! So marschierte ich geradewegs in die Kirche und von dort aus in die Beichtkapelle. Ich hatte Glück, es war gerade niemand da. Der Pater saß ganz im Gebet versunken, schien aber gleichzeitig hellwach zu sein. Da ich mir nicht sicher war, wie gut er noch hören konnte, schlich ich mich ganz nah an sein Ohr und piepste ihm meine Schuld. Und ob Ihr es glaubt oder nicht, er hat mich wohl verstanden! Denn zunächst seufzte er aus tiefem Herzen, doch dann lächelte er mit einem „Ist schon gut. Aber beschränke dich beim nächsten Mal lieber auf die Krümel.“ Ich sage Euch, da hüpfte mein Herz voll Leichtigkeit und Freude und ich ging mit einem „Halleluja“ froh von dannen.


sissi madonna
Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich die Mutter Gottes und ihr Sohn mehr anlächeln würden.


Und Ihr, Kinder, habt Ihr schon mal was „ausgefressen“ und hattet nachher ein schlechtes Gewissen? Wem habt Ihr denn Euer Herz ausgeschüttet oder tragt Ihr es immer noch als Geheimnis mit Euch herum? Mir tat es jedenfalls gut, mir das von der Seele zu reden. Jesus hat gesagt: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Was glaubt Ihr wohl, wie selig ich nach dem Gespräch mit dem Pater war! Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mich die Mutter Gottes und ihr Sohn mehr anlächeln würden.

Ich sag vorerst „Tschüssi!“

Eure Sissi




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