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Ein Tag im Kloster Salzkotten für Interessierte bis 40 Jahren. Veranstaltung in Kooperation mit der Diözesanstelle
Berufungspastoral; Begleitung: Sr. M. Alexa und Sr. M. Gabriele;

Anmeldung bis 1.3.2018 bei Schwester M. Gabriele:

gabriele@fcjm.de

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Flugzeug

Auf geht's nach Afrika! Da ist man ganz schön lange in der Luft.

Hallo, liebe Gotteskinder,

da bin ich wieder! Sagt mal, seid Ihr auch so neugierig wie ich? Und steckt Eure Nase in Sachen, die Euch eigentlich nichts angehen? Wie Neugierde auf Abwegen führen kann, das will ich Euch heute erzählen.

Eines Tages lief ich über den Provinzflur, wo die Provinzoberin wohnt, „die Chefin von dat Ganze“, zumindest von den Schwestern hier in Deutschland. Zur deutschen Provinz gehören aber auch noch rumänische Schwestern und die Missionsstation in Malawi, eines der ärmsten Länder der Erde, in Südostafrika gelegen. Als ich also eines Tages über den Provinzflur lief, stieg mir der Geruch von Speck – ooh, und Wurst – mmh, und Käse in die Nase.

Da verfolgte mein Näschen diese heiße Spur und bog ins Oratorium ab. Das ist eigentlich vom Namen her ein Gebetsraum, wo man fromme Sachen hört oder die Schwestern ihre Besinnungstage halten. Aber in diesem Raum lag jede Menge von diesen guten, verführerisch schnuppernden Sachen! Und als ich noch erkundete, was hier alles an wunderbaren Schätzen lag, urplötzlich – klapp, potsch! Plötzlich kam Bewegung in die Sache und ich fühlte mich zwischen all den ganzen schönen Lebensmitteln ziemlich eingeklemmt. Und das schlimmste: Es war zappenduster! Zum Teufel nochmal – ach, das darf man ja im Kloster nicht sagen! – was war los? Was war passiert? War das eine moderne riesige Mausefalle? Und wie komme ich hier wieder raus?

Kofferwagen
Angekommen und weiter geht's zum Schwesternhaus.


Es rumpelte und ratterte. Ich hatte ganz schöne Angst, so stickig und eng war es hier drin, vor allem weil ich gar nicht wusste, was mit mir geschah! Nach einem dumpfen Schlag war dann erstmal Ruhe! Ich sortierte meine Knochen, reckte das Schnäuzchen, strich die Barthaare glatt, beruhigte meine zitternden Muskeln und atmete erstmal tief durch. Da entdeckte ich ein kleines helles Licht im Dunkeln! Ich pirschte mich dort heran und bemerkte eine Lücke in einem Reißverschluss. Aha, war ich vielleicht in einem Koffer gelandet? Mit dieser Frage zwängte ich meine Nase durch dieses Loch und vergrößerte es. Tatsächlich! Ich war in einem Koffer und nicht nur das! In einem Kofferraum in einem Auto! Und schon rumpelte dieses los, so dass ich vor Schreck wieder in den Koffer zurückfiel. Wohin sollte denn diese Reise gehen? Ich beschloss, dies erst einmal abzuwarten und es mir – so gut es eben ging – im Koffer gemütlich zu einzurichten. Reiseproviant hatte ich ja mehr als genug! Und tatsächlich sollte diese Reise sehr lang werden!

Irgendwann – ich musste wohl unterwegs eingeschlafen sein – kamen wir zu einem Flughafen. Der Koffer kam auf das Band, um ihn zu wiegen, und dann zu dem anderen Gepäck. Zum Glück gab es keine Sicherheitskontrollen! Es wurde wohl auf die Ehrlichkeit der Schwestern vertraut. Unangenehm war nur, als der Koffer durch die Luft flog und unsanft landete. Aber wer konnte auch vom Flughafenpersonal ahnen, dass da eine empfindliche Maus im Koffer war?! Nach einer endlosen Zeit – War es Tag? War es Nacht? – wurde der Koffer wieder geworfen, so dass ich mir auf die Mäusezähnchen biss, um keinen Piepser von mir zu geben. Ich kam samt Koffer von einem anderen Flughafen in ein anderes Auto. Hier rumpelte der Koffer noch viel mehr während der Fahrt. Die Straße musste voller Schlaglöcher sein! Völlig durchgeschüttelt und wohl mit einer leichten Gehirnerschütterung gelangten wir doch zu einem Ziel, als der Wagen stoppte. Wir waren angekommen! Aber wo? Ich biss noch einmal vom Käse ein glattes Stück ab, so dass es gar nicht auffiel, und war nun mehr als gespannt, wo wir waren!


Kirche
Die große Kirche in Madisi ist zu den Gottesdiensten immer voller Menschen.


dorf
In den Dörfern riecht es immer etwas nach Feuer, weil auf offenem Feuer gekocht wird.


Als ich mich in dem Zimmer aus dem Koffer befreien konnte und im Schwesternhaus und auf dem Hof umher lief – da wusste ich es: Wow, wir waren in Afrika! In Malawi! Ich kann Euch gar nicht sagen, wie viele Eindrücke hier auf mich niederprasselten: die Luft, die nach Feuer und verbranntem Holz roch. Hier kochen die Frauen noch auf offenen Feuerstellen. Die rote Erde, die meine Füßchen und den Bauch färbten, die in kräftigen bunten Farben blühenden Bäume, die süßen Früchte wie Mangos und Bananen – und dann die Menschen, ganz anders als bei uns, mit dunkler Hautfarbe und weißen, freundlich glänzenden Augen und einem strahlendem Lächeln.


rote erde
Die rote Erde prägt Straßen und Landschaft in Malawi. Eine der Schwestern hat hier gerade ein paar fröhliche Kinder getroffen.


Dann diese seltsam klingende Sprache. Die Menschen scheinen trotz ihrer Armut sehr fröhlich zu sein. Immer ist jemand am Singen, oft auch am Tanzen. Ja, Armut haben wir auch gesehen: zerlumpte Kinder, ausgezerrte Alte. Aber auch Frauen in ihren bunten Wickelröcken, Chitenje genannt, die Wassereimer und Schüsseln geschickt auf ihrem Kopf balancieren, und Männer auf Fahrrädern, die ihre Waren darauf meterhoch stapeln, um sie auf dem nächsten Markt zu verkaufen, vollbepackte LKWs und für die vielen Menschen viel zu kleine Kleinbusse und jede Menge Ziegen, die am Straßenrand meckernd umher laufen. So viele spannende Dinge, das ich gar nicht weiß, wo ich zuerst hinschauen soll.


frauen
Was die Frauen da alles auf dem Kopf transportieren - erstaunlich.


Ratsam ist es in meiner Position auf die Hunde und Katzen zu achten, denn sie heißen nicht jeden willkommen. Unbedingt muss ich hier mal den Maisbrei, den Nsima, probieren. Es soll davon auch eine süße Variante geben. So trippele ich mal rüber in die Schule, wo Hochbetrieb herrscht. Klar, bei 1200 Kindern!


Nsima
Mmmm - lecker, Nsima mit Bohnen und Repu (ähnlich Spinat).


Da ist immer was los! Heute gibt es ein Willkommensprogramm für die angekommenen Schwestern: Toll, wie die Kinder singen, tanzen und Theater spielen können! Da muss ich mich manchmal scheckig lachen in meinem Mäusebauch! Dabei ist die Situation für viele Kinder hier nicht leicht. Sie haben oft ihre Eltern durch die AIDS-Seuche verloren und wohnen nun bei den Großeltern. Aber hier in der Schule gibt es eine gute Atmosphäre und viele Menschen, die ihnen helfen: die Lehrer, die Erzieher... Ja, und da kommen auch noch 230 Kinder aus dem Kindergarten dazu, die schon gut auf die Schule vorbereitet werden. Toll, was die Schwestern mit den Einheimischen hier auf die Beine gestellt haben! Vielleicht berichten sie Euch ja mal selbst davon. Oder die jungen Leute aus Deutschland, die hier für ein Jahr einen Freiwilligendienst tun und helfen, wo es nötig ist.


schule kinder
Zur Begrüßung in der Schule gab es Tänze und Schauspielaufführungen.


schulhof
Das ist der Schulhof der Schule für Aids-Waisen. In der Pause ist hier alles voller Kinder.



kindergarten
Im kühlen Schatten gibt es im Kindergarten viele schöne Spiel- und Turnmöglichkeiten.

Am Ende dieser Reise habe ich mich noch einmal ins Auto mit geschmuggelt, denn es ging auf Safari! Es gibt schon echt komische Tiere hier in Afrika: die einen haben viel zu große Ohren, bei anderen ist der Hals zu lang, wieder andere sind schwarz-weiß gestreift oder stecken den Kopf in den Sand, in dem Glauben nicht gesehen zu werden, und die Termiten fressen sich durchs Holz und machen dadurch große Schäden. Besonders majestätisch sieht wirklich der Löwe mit seiner Mähne aus, aber er erinnert mich irgendwie an die Nachbarskatze. Insgesamt sind die Tiere in Afrika ganz schön groß. Eine Maus wie ich muss also höllisch aufpassen. Im schlimmsten Fall endet man als eiweißreiches Frühstück am Grillstock.


Elefant
Na -der Elefant fühlt sich hier im Wasser ziemlich wohl.


flusspferde
... und die Flusspferde erst recht.

Zusammenfassend kann ich über diese nicht geplante Reise sagen: Malawi ist spannend und lebendig, fromm und fröhlich! Gottesdienste sonntags in der Kirche können schon mal 2 bis 3 Stunden dauern. Da wird gesungen, getrommelt und getanzt, was das Zeug hält! Ich bin jedenfalls tief beeindruckt von all dem, was ich dort sehen durfte! Aber ich bin froh, mit den Schwestern wieder heil und munter in Deutschland angekommen zu sein.


flugzeug
Nun aber schnell einsteigen, sonst verpasse ich noch den Flug nach Hause.

Und in welchen fremden Ländern ward Ihr schon? Seid Ihr auch schon mal geflogen? Auf die Südhalbkugel dieser Erde so wie ich? Oder seid Ihr am liebsten zu Hause? Da ist es bekanntlich ja immer am schönsten.

Tschüssi,

Eure Sissi

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Anmeldung bis 1.3.2018 bei Schwester M. Gabriele:

gabriele@fcjm.de

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