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In diesen Tagen erscheint die neue Ausgabe von "kontinente", Magazin der Franziskanerinnen Salzkotten. Hier auch wieder als E-Paper: https://www.kontinente.org/epaper/201803/franziskanerinnen/

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lkw
Da hab' ich mich schnell in den LKW geschmuggelt und bin mit nach Rumänien gefahrfen.


Hallo, liebe Gotteskinder,


da bin ich wieder! Wie geht es Euch? Mir war neulich etwas traurig zumute. Irgendwie fühlte ich mich in dieser dunklen Jahreszeit mitten in Gemeinschaft einsam. Da hörte ich, dass es bei uns in der Verwaltung auf dem sog. „Provinzflur“ jede Menge „Mäuse“ geben sollte. Da bin doch dort mal hingetrippelt und habe eifrig geschnuppert. Meine Artgenossen habe ich jedoch nicht gefunden, denn bei den angedeuteten „Mäusen“ handelte es sich um die Finanzen, also ums liebe Geld – auch betitelt als „Schotter“, „Knete“, „Moos“, „Piepen“ usw. – Verrückt, was sich diese Menschen alles ausdenken und für mich sehr verwirrend. Hier in der Verwaltung werden auch die Spenden unserer Unterstützer verbucht. Jeder Spender erhält eine Bescheinigung und einen persönlichen Dankesbrief, damit er weiß, wohin seine Spende gegangen ist.

Kleiderspenden
Liebe Menschen spenden neben Geld auch gut erhaltene Kleider für Bedürftige in Rumänien.

Aber hier gehen nicht nur Geldspenden, sondern auch Sachspenden ein. Unsere Garage ist immer gut gefüllt mit aussortierten Kleidungsstücken und anderen praktischen Dingen, die entweder mit einem Containerschiff um ganz Afrika herum bis nach Malawi in Südostafrika gehen oder 5-6 Mal im Jahr mit einem LKW nach Rumänien. Sehr dankbar nehmen die Schwestern alle Spenden an und die Kleidungsstücke werden auf unserem sogenannten Afrika- bzw. Rumänienboden gelagert. Die Schwestern und Mitarbeiterinnen schauen dann nochmal, ob nicht irgendwo noch ein Knopf an einer Hose fehlt und sortieren die Sachen feinsäuberlich in Kartons, damit sie bei ihrer Ankunft Freude bringen, wenn sie dann „an den richtigen Mann kommen“ oder zu den Frauen und Kindern.


Rumänienboden
Schwester M. Siegberga und Mitarbeiter sortieren im Mutterhaus in Salzkotten die Kleiderspenden und bessern sie aus.

Sehr gefreut haben wir uns auch über die Idee einer zurückgekehrten Freiwilligen, die in ihrem Freundeskreis eine Aktion namens „Weihnachten im Schuhkarton“ gestartet hat. Da sie 1 Jahr als Freiwillige in Rumänien war, kamen ihre Päckchen mit den anderen gespendeten Sachen in den LKW, der dann durch halb Europa Richtung Südosten fuhr. Was für eine große Freude gab es da und glänzende Kinderaugen! Auch die Erwachsenen wurden beschenkt. – Woher ich das so genau weiß? Ich muss gestehen, dass ich mir auch einen Schuhkarton mit kleinen Löchern zum Atmen gesucht und mich heimlich zwischen all den anderen Kartons geschmuggelt habe. Ganz schön lang kam mir die Reise vor – durch Deutschland, über Österreich, Ungarn bis nach Caransebes in Rumänien. Unsere Schwestern beten und arbeiten ganze 1500 Kilometer weit weg von Salzkotten! Zum Glück hatte ich mir genug Speck und Käse aus der Speisekammer besorgt.

Katze Rumänien
Huch, da gab es eine Katze im Kloster in Caransebes. Doch die kleine zugelaufene Hauskatze der Schwestern war für mich auch keine Gefahr, da sie noch sehr verspielt war.

Dort in Caransebes angekommen, huschte ich aus meinem Versteck hervor und lief in das große, schön gestaltete Schwesternhaus. 5 Schwestern wohnen hier und einige Internatsschülerinnen.

Kindergarten
Als Maus kann man auf dem Schwungtuch im Kindergarten auch hüpfen.

Oft sind Jugendliche oder Priester zu Gast und nebenan ist gleich der Kindergarten, wo natürlich bei 30 Kindern auch immer viel Leben ist. Zudem gibt es noch eine Kleiderkammer und eine Sozialstation. Deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besuchen jeden Tag arme, alte und kranke Menschen. Trotz aller Armut sind die Menschen fröhlich und freundlich zugewandt. Die kleine zugelaufene Hauskatze der Schwestern war für mich auch keine Gefahr, da sie noch sehr verspielt war. Sie schmuste einfach viel zu gerne, selbst durch die Fensterscheibe, wenn sie jemanden im Hause sah.

Kirche orthodox
Meine Vorliebe für Weihrauch kam auch auf ihre Kosten, als wir ein orthodoxes Kloster besuchten.

Ganz bunt war es mit Heiligenbildern ausgemalt und während des Gottesdienstes versetzte uns der himmlische Gesang des Chores in ganz andere Sphären. Einfach wunderschön! Habt Ihr sowas schon mal erlebt? Durch die Freude und Dankbarkeit der Menschen in Rumänien und ihr gutes Miteinander, die schöne Sprache und den feierlichen Gottesdienst hatte ich glatt meine traurige Einsamkeit vergessen. Manchmal braucht es einfach mal einen Tapetenwechsel, damit man merkt, wie schön das Leben ist, voller Wunder, die einen immer wieder staunen lassen.

Karparten
Noch schnell ein Blick auf die schönen Wälder und Berge ganz in der Nähe von Caransebes.

Durch den Gegenbesuch einer Schwester von dort bin ich dann wenig später per Flugzeug wieder gut im Mutterhaus in Salzkotten gelandet. Wie gut, dass das Handgepäck der Schwester nicht so ganz genau kontrolliert wurde. Wer sich wohl mehr vor einer Maus gefürchtet hätte – die Franziskanerin oder der Sicherheitsbeamte?

Euch nun frohe und besinnliche Tage im Advent mit hoffentlich angenehmen Überraschungen und vielleicht auch Besuchen von Verwandten oder Freunden!


Bis ganz bald mal,

Eure Sissi

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In diesen Tagen erscheint die neue Ausgabe von "kontinente", Magazin der Franziskanerinnen Salzkotten. Hier auch wieder als E-Paper: https://www.kontinente.org/epaper/201803/franziskanerinnen/

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