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Die Salzkottener Franziskanerinnen blickten am 6. Dezember anlässlich des 190. Geburtstages ihrer Gründerin Mutter Clara Pfänder nach vorn: Durch zwei Ereignisse werden die in Salzkotten beheimateten Ordensfrauen im kommenden Jahr ihre Ordensgründerin würdigen. Durch ein neues Buch und durch die Segnung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel im Paderborner Dom wird der gute Ruf von Mutter Clara Pfänder gestärkt. Mehr...

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sissi laudes

Bei der Laudes in der Mutterhauskirche.

Hallo, liebe Gotteskinder,

na, alles klar bei Euch? Heute möchte ich Euch erzählen, wie wir unseren Tag in der Kirche beginnen.

Um 6.45 Uhr geht es jeden Tag mit dem Morgenlob los, der sogenannten Laudes, die weltweit von allen Priestern und Ordensleuten gebetet wird. Dabei werden Psalmen gesungen, Lieder aus der Bibel, die voller Poesie und Weisheit und schon über 3000 Jahre alt sind. Inzwischen kann ich sie schon auswendig und piepse leise mit. Neulich habe ich mich aber sehr erschrocken, als ein lautes, aufdringliches Piepsen mitten im schönen Gesang zu hören war. Die Schwestern schauten sich schon um, so dass ich mich in Deckung brachte. Dann kam jedoch heraus, dass die Batterie eines Hörgerätes bei einer älteren Schwester ausgefallen war. Der Schaden konnte schnell behoben werden und es konnte weiter gehen. Halleluja!

Im Anschluss an die Laudes folgt dann gleich der Gottesdienst. Dazu kommen die Franziskaner aus Paderborn. Und es ist doch jeden Morgen spannend, wer sich heute wieder auf den Weg zu uns gemacht hat und um 7.15 Uhr aus der Sakristei kommt.

Sissi Orgel
Ogel in der Mutterhauskirche.

Dann schlägt auch die Orgel los. Zwei Schwestern und verschiedene Organisten wechseln sich hier ab und ziehen alle Register. Ich muss Euch gestehen, dass ich auch schon zwischen den großen Orgelpfeifen herum gehuscht bin, als der Organist in die Tasten griff. Junge, war das ein Beat, der mir durch die Brust wummerte und mir die Mäusehaare senkrecht stehen ließ. Wow! Vorsicht ist bei den Pedalen der Orgel geboten. Da darf man als Mäuschen nicht dazwischen geraten, um den Organisten nicht zu behindern oder selbst Verletzungen davon zu tragen.

Auch kommen dann die Klarissen zum Gottesdienst dazu. So sind die drei Zweige der franziskanischen Familie beisammen: Franziskaner, Klarissen und Franziskanerinnen.

Kleider
So sehen sie aus: Franziskaner, Franziskanerinnen, Klarissen (v.l.).

Am Sonntag kommen dann noch viele Gäste und auch die Messdiener, die sich extra für uns am frühen Sonntagmorgen aus dem Bett quälen. Am liebsten habe ich, wenn Weihrauch aufgelegt wird. Mmh, was für ein Wohlgeruch für den Herrn und für meine feine Nase!

Messe
Heilige Messe in der Mutterhauskirche.

Nun, was soll ich Euch sagen? Ich bin immer ganz mitgerissen von dieser würdigen Feier und spätestens beim „Heilig, heilig, heilig“, wenn die himmlische und die irdische Kirche zusammen singen, stehe ich auf meinen Hinterpfoten. Dann falte ich die Vorderpfoten, schaue sehnsüchtig zum Himmel hinauf und bin ganz weg. Ihr werdet vielleicht sagen: Was für ein komisches Bild! Eine fromme Maus?! – Aber wenn es das Herz so eingibt, dann muss man ihm einfach folgen! Egal, wie albern es anderen erscheinen mag.

weihrauch
Am liebsten habe ich, wenn Weihrauch aufgelegt wird. Mmh, was für ein Wohlgeruch für den Herrn und für meine feine Nase! Foto: Christine Limmer / pfarrbriefservice.de

Außerdem müssen sich die Priester und die Schwestern auch keine Sorgen machen, dass ein Krümel von der Hostie, dem heiligen Brot, in dem uns Jesus nahe kommt, verloren geht. Das beobachte ich ganz genau. Und nach der Heiligen Messe: Husch, husch, husch, hinter den Altar! Und dann habe ich teil an der Kommunion, am himmlischen Gastmahl!

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Auf der Empore halten die Schwestern Anbetung.

Natürlich muss ich immer auf leisen Pfoten in der Kirche unterwegs sein. Denn oben auf der Empore halten ja die Schwestern Anbetung. Immer finden sich dort fleißige Beterinnen vor dem Herrn, ausgesetzt im heiligen Brot in der Monstranz. Wie es seit über 150 Jahren Tradition in der Gemeinschaft ist, so beten sie dort auch heute für Kirche und Welt, für alle Menschen in ihren Freuden und in ihren Nöten. Auch für Euch! Ja, das ist ein wahrhaft heiliger Boden, sage ich Euch! Daher verhalte ich mich immer ganz still. Nur nachts, wenn ich mal allein dort oben bin, dann piepse ich dem Herrgott schon mal das eine oder andere Liedchen. Und dann richtet Er Seinen Blick besonders liebevoll auf mich. Das ist einfach schön und mir wird es so warm ums Herz!

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Immer finden sich dort fleißige Beterinnen vor dem Herrn, ausgesetzt im heiligen Brot in der Monstranz.

Außer morgens treffen sich die Schwestern auch mittags und abends zum Gebet. Und dann lausche ich wieder auf meine geliebten Psalmen! Einfach wunderbar und ergreifend! Alles, was am Tag so los war, fließt wieder in das Gebet am Abend mit ein. Und die Schwestern tragen sich gegenseitig mit ihrem wundervollen Gesang!

Und wie ist es bei Euch zu Hause? Singt Ihr auch miteinander? Und wie oft geht Ihr in die Kirche?

Macht`s gut, bis zum nächsten Mal,

Eure Sissi

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Die Salzkottener Franziskanerinnen blickten am 6. Dezember anlässlich des 190. Geburtstages ihrer Gründerin Mutter Clara Pfänder nach vorn: Durch zwei Ereignisse werden die in Salzkotten beheimateten Ordensfrauen im kommenden Jahr ihre Ordensgründerin würdigen. Durch ein neues Buch und durch die Segnung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel im Paderborner Dom wird der gute Ruf von Mutter Clara Pfänder gestärkt. Mehr...

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