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Ordensgeschichte

 

Schwestern im Mutterhaus 1953

Schwestern im Mutterhaus Salzkotten 1953.


In Olpe legte Mutter M. Clara Pfänder 1859/1860 mit zwei weiteren Frauen den Grundstein für eine neue franziskanische Gemeinschaft. Ihre Absicht war es, in Gemeinschaft ein Leben nach den evangelischen Räten in Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit zu führen. Dieses Leben sollte getragen sein vom Geist der Liebe, des Gebetes und der Buße. Als Zeugen der Liebe Christi wollten die Schwestern offen sein für jegliche Not. So wurden von Beginn an Waisenkinder aufgenommen. Junge Frauen kamen, um das klösterliche Leben zu teilen. Am 30. Oktober 1860 genehmigte der Paderborner Bischof Dr. Konrad Martin die von Mutter M. Clara erarbeiteten Konstitutionen und gab der neuen Ordensgemeinschaft den Namen „Schwestern des heiligen Franziskus, Töchter der heiligen Herzen Jesu und Mariä“. 1863 wurde mit bischöflicher Zustimmung das Mutterhaus von Olpe nach Salzkotten verlegt. Zehn Schwestern, die vom Bischof bestimmt wurden, blieben in Olpe. Aus ihnen entwickelte sich später die selbstständige Gemeinschaft der Olper Franziskanerinnen. Auch heute treten immer wieder junge Frauen in die Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten ein.


"150 Jahre Franziskanerinnen Salzkotten" 

Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Ordensgründung wurde im Jahr 2010 die Ausstellung "150 Jahre Franziskanerinnen Salzkotten: Geborgen im Glauben - nah bei den Menschen" erstellt. Die von den Historikern und Publizisten Dina van Faassen (Horn-Bad Meinberg) und Roland Linde (Münster) erstellte Ausstellung infomiert über das Leben, die Aufgaben und die Entwicklung des Ordens von 1860 bis heute.
Liturgische Gegenstände, historische Dokumente und Dinge aus dem klösterlichen Alltag geben Zeugnis von der facettenreichen Geschichte der Kongregation. Zusammen mit Bild- und Texttafeln illustrieren sie, wie der Orden in der Fürsorge für Alte, Kranke oder sozial Schwache Antworten auf die vielfältigen Nöte der Menschen gab und gibt. Die Ausstellung kann
nach Anmeldung von Gruppen im Mutterhaus in Salzkotten besichtigt werden.

Kulturkampf 

Bischof Konrad Martin  
Bischof Dr. Konrad Martin (1812-1879)
Über die für die Ordensgeschichte wichtigen Zeit des "Kulturkampfes" in Preußen heißt es auf einer Tafel der Ausstellung: 

»Ich muss untergehen, aber das Werk wird bestehen« (Mutter M. Clara Pfänder) Als „Kulturkampf“ bezeichnet man einen schweren Konflikt zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche in den 1870er Jahren. Durch eine Serie von Gesetzen versuchte der Staat, den Einfluss der katholischen Kirche im öffentlichen Leben zu beschneiden und seinerseits Kontrolle über die Kirche zu gewinnen. Dazu gehörte das Gesetz vom 11.5.1873, demzufolge bei der Neubesetzung von geistlichen Ämtern die Genehmigung durch den jeweiligen preußischen Oberpräsidenten notwendig war, woran sich die Bischöfe nicht hielten, was u. a. die Einführung der standesamtlichen Zivilehe 1874 zur Folge hatte.

Am 4.8.1874 wurde der Paderborner Bischof Konrad Martin (1856–1879), wie zuvor schon einige Amtskollegen, aufgrund seiner Verstöße gegen die neuen Gesetze in Gefängnishaft genommen und bald darauf auch seines Amtes enthoben. Durch seine Veröffentlichungen war Konrad Martin weit über sein Bistum hinaus bei Katholiken populär und wurde nun zur Symbolfigur der unbeugsamen kirchlichen Opposition („Bekennerbischof“). Er starb am 16.7.1879 im belgischen Exil. Sein Leichnam wurde nach Paderborn überführt und unter großer Beteiligung des Kirchenvolkes beigesetzt. Durch einige Zugeständnisse des neugewählten Papstes Leo XIII. an den preußischen Staat normalisierte sich seit 1879 die Situation wieder. Auch die Franziskanerinnen von Salzkotten hatten an den Folgen des Kulturkampfes schwer zu tragen. Zwar wurde ihre Gemeinschaft im Gegensatz zu anderen, beispielsweise den Paderborner Schwestern der Christlichen Liebe, nicht verboten und ins Exil verdrängt. Doch sie mussten sich aufgrund der neuen Gesetze aus Schulen, Internaten und Waisenhäusern zurückziehen, nicht einmal mehr in Kindergärten und Nähschulen konnten die Schwestern mehr tätig sein. Für die Generaloberin Mutter M. Clara Pfänder sicher ein schwerer Schlag, lag ihr doch die Kindererziehung besonders am Herzen.

Geheimvollmacht

Mehrfach besuchte Mutter M. Clara Bischof Konrad Martin in seiner Paderborner Gefängniszelle. Am 9.1.1875 übergab der Bischof ihr eine streng vertrauliche schriftliche Vollmacht. Er ermächtigte sie, nötigenfalls neue Beichtväter der Ordensgemeinschaft zu ernennen sowie angehende Schwestern zur Profess zuzulassen. Der Zuspruch zur Ordensgemeinschaft war weiterhin groß, zahlreiche Postulantinnen warteten auf ihre Einkleidung. Diese bedurfte aufgrund des Gesetzes vom Mai 1873 der staatlichen Zustimmung. Superior Klein nahm die Einkleidungen auch ohne diese Genehmigung vor, doch da er bereits einer gerichtlichen Verurteilung nur knapp entkommen war, konnte diese Zeremonie nur unter größter Geheimhaltung vollzogen werden. Schließlich machte Mutter M. Clara von der bischöflichen Vollmacht Gebrauch und nahm Einkleidungen auch in Abwesenheit des Superiors vor. Ihre Mitschwestern, die von der Vollmacht nichts wussten und wissen durften, waren entsetzt über die scheinbare Eigenmächtigkeit der Generaloberin. Sie entgegnete: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern auch außergewöhnliche Maßnahmen.“ Auch Superior Eduard Klein und die anderen Geistlichen in Salzkotten und Umgebung missbilligten das Verhalten der Ordensfrau. Klein riet ihr, sich mit der Ordensgemeinschaft aus Preußen zurückzuziehen. Ob der Superior von der bischöflichen Vollmacht wusste, ist unbekannt, nach Bischof Konrad Martins Tod verstärkte er jedenfalls den Druck auf Mutter M. Clara, sich seiner Autorität zu beugen, sie fühlte sich aber weiterhin dem Willen des verstorbenen Bischofs verpflichtet. Der Superior rief die Oberinnen der Niederlassungen auf den 1.6.1880 zu einer Versammlung nach Paderborn ein. Sie sollten sich entscheiden, ob sie der kirchlichen Autorität oder Mutter M. Clara Folge leisten wollten.

 

Gedenktafel Mutter M. Clara  

Gedenktafel am Wohnhaus Mutter M. Claras in Rom

Nach einem Gespräch mit dem Nuntius in München legte Mutter M. Clara schließlich am 14.6.1880 das Amt der Generaloberin nieder, zunächst auf zwei Jahre befristet. Sie zog sich in die Ordensniederlassung in Metz zurück. Anfang 1881 trat sie dann mit Schwester M. Evangelista eine Pilgerreise nach Rom an. Dort versuchte sie einerseits, die gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen abzuwehren, gleichzeitig verfolgte sie den Plan, in der heiligen Stadt eine neue Niederlassung der Kongregation zu gründen. Die Ordensgründerin lebte mit ihrer Mitschwester in ärmlichsten Verhältnissen, ihre gesundheitliche Verfassung wurde immer schlechter. Mutter M. Clara Pfänder starb am 5.10.1882 in Rom und wurde auf dem Friedhof Campo Verano beigesetzt. Das Armengrab wurde nach 10 Jahren eingeebnet und ihre Gebeine in ein Ossarium (Beinhaus) überführt. Seit 1979 erinnert eine Gedenktafel auf dem deutschen Friedhof, dem Campo Santo Teutonicum in der Vatikanstadt an die Gründerin der Franziskanerinnen von Salzkotten. Außerdem erinnert seit dem Generalkapitel 2009 eine weitere Gedenktafel am Wohnhaus der Ordensgründerin in Rom an Mutter M. Clara Pfänder.


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